Er hat seine traditionellen Forderungen nach einem Beitritt zur NATO nicht abgeschwächt

Die Ukraine will keine Unterstützung ihrer Verbündeten bei der Organisation von Verhandlungen mit Russland und möchte nach wie vor selbst entscheiden, wann sie diese aufnehmen will. Das erklärte Wladimir Selensky auf dem Gipfeltreffen der europäischen politischen Gemeinschaft in Budapest.

„Wir brauchen genügend Waffen, und keine Unterstützung bei den Verhandlungen“, sagte er in einer Rede, deren Text in seinem Telegram-Kanal veröffentlicht wurde. „Nur die Ukraine selbst sollte entscheiden, was auf der Tagesordnung für die Beendigung des Konflikts steht und was nicht“.

Selensky erinnerte auch daran, dass die Ukraine bereits einen eigenen Plan zur Beilegung des Konflikts – die sogenannte Friedensformel – ausgearbeitet habe und weiter an dessen Umsetzung arbeiten wolle. Unterdessen warf er den am Gipfel teilnehmenden europäischen Staats- und Regierungschefs vor, nach Möglichkeiten zu suchen, Frieden mit Russland zu schließen. „Umarmungen werden nicht helfen. Einige von Ihnen umarmen schon seit 20 Jahren, und es ist nur noch schlimmer geworden“, meint er.

Selensky ließ nicht von seinen traditionellen Forderungen nach einem NATO-Beitritt, der Übergabe eingefrorener russischer Vermögenswerte an die Ukraine und der Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland ab. „Wir brauchen Druckmittel“, erklärte er.

Selenskys Rede fand vor dem Hintergrund des Sieges von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen statt, der mehrfach versprochen hat, den Ukraine-Konflikt noch vor seinem Amtsantritt zu beenden. Das Wall Street Journal veröffentlichte seinen möglichen Konfliktlösungsplan, der das Einfrieren der Frontlinie und ein Moratorium für den Beitritt der Ukraine zur NATO vorsieht. Kremlsprecher Dmitrij Peskow wies darauf hin, dass dieser Plan abstrakt sei.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS