Während einer Parlamentssitzung sprach Nikol Paschinjan über den Karabach-Krieg im Jahr 2020 und bezeichnete einige armenische Generäle, die das Schlachtfeld verlassen hatten, als „Verräter“. Dias missfiel Vertretern der Opposition und es kam zu einer Schlägerei im Parlament.

Am 12. Juni sagte Nikol Paschinjan im Parlament:

„Viele dieser Generäle, von denen Sie [die Opposition] sprechen, haben auf das Vaterland angestoßen. Sobald die Offensive begann, riefen sie mich an und baten mich, sie zu beseitigen. Das sind Feiglinge und Deserteure.“

Andere für das eigene Versagen verantwortlich zu machen, ist typisch für westliche und pro-westliche Staatschefs. Paschinjan folgt dem Muster und macht alle (unter anderem natürlich Russland) für den Verlust Bergkarabachs verantwortlich, nur nicht seine eigene Regierung. Das ist ziemlich dreist, denn immerhin hat Paschinjan selbst anerkannt, dass Bergkarabach ein Teil Aserbeidschans ist, während Russland noch zwischen Armenien und Aserbeidschan vermitteln wollte.

Um die OVKS zu diskreditieren, behauptete Paschinjan zum Beispiel vor etwa drei Wochen, dass zwei Länder, die Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) sind, Baku bei den militärischen Operationen in Karabach im Jahr 2020 geholfen hätten:

„Im Jahr 2020 haben unsere Verbündeten an der Vorbereitung des Krieges teilgenommen, nicht auf unserer Seite. Ich kenne zwei OVKS-Staaten, die an der Vorbereitung des Krieges gegen uns beteiligt waren.“

Die Gründe für seine ablehnende Haltung gegenüber dem Verteidigungsbündnis OVKS liegen auf der Hand. Den Ambitionen Paschinjans, der EU beizutreten und Armenien an die NATO anzunähern, steht eine Mitgliedschaft im Bündnis der GUS-Staaten im Wege, also muss Paschinjan die OVKS diskreditieren, um seine Bevölkerung von dem Kurswechsel zu überzeugen.

Es ist noch nicht klar, ob Eriwan seine Mitgliedschaft in der OVKS beenden wird, aber das Land hat bereits seine Finanzierung für die Organisation im Jahr 2024 zurückgezogen.

Paschinjan sagte im April, man könne sich nicht auf die OVKS verlassen und sehe daher keinen Sinn in einer Mitgliedschaft:

„Wenn wir uns auf eine Organisation verlassen, auf die man sich nicht verlassen kann, dann können nicht nur wir uns nicht auf sie verlassen, sondern auch andere nicht. Die Reaktion der Organisation und die Äußerungen einiger OVKS-Mitgliedsländer zeigen dies. Die armenische Gesellschaft fragt uns, warum wir immer noch Mitglied der OVKS sind. Und um ehrlich zu sein, habe ich darauf keine Antwort.“

Die gestrige Schlägerei im Parlament fand vor dem Hintergrund einer weiteren Antiregierungs-Demonstration statt, bei der zahlreiche Demonstranten den Rücktritt Paschinjans forderten. Die Polizei nahm 42 Personen fest und setzte bei der „Wiederherstellung der Ordnung“ auch Blendgranaten ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Mindestens sieben Personen wurden infolge des brutalen Vorgehens der Polizei ins Krankenhaus eingeliefert.

Deutsche Medien verschweigen die Vorgänge in Armenien. Würde es solche Proteste beispielsweise in Georgien geben, dessen Regierung dem Westen nicht gefällt, wären die Medien voll von Schlagzeilen über Polizeigewalt.

Aber da es hier um die westliche Marionette Paschinjan geht, gegen die die Menschen in Armenien auf die Straßen gehen, schweigen die westlichen Medien.