Es gibt Meldungen, die sind wichtig, werden von den westlichen Medien jedoch weitgehend ignoriert und verschwiegen. Das betrifft fast alle Meldungen, die dem Westen nicht genehm sind – solche Meldungen werden der westlichen Öffentlichkeit gerne vorenthalten. Eine solche Meldung kam nun aus dem Niger.

Niger ist der größte afrikanische Uranproduzent und der fünftgrößte weltweit. Das nigrische Uran geht zum größten Teil nach Frankreich. Die Abbaurechte hat praktisch seit dem Ende der Kolonialzeit der französische Konzern Orano, der das Uran zu einem weit geringeren Preis als dem Marktpreis aus Niger nach Frankreich exportiert. Unter anderem dieser fast unbegrenzte Zugriff auf billiges Uran war der Grund dafür, dass Frankreich bei der Stromerzeugung so sehr auf Atomstrom gesetzt hat.

Im letzten Jahr gab es in Niger jedoch den von der Bevölkerung unterstützten Militärputsch und die neue Regierung hat Frankreich (und auch seine Truppen) des Landes verwiesen. Inzwischen hat Niger auch die Schließung der US-Basis im Land angeordnet. Die neue nigrische Regierung stellt sich gegen den westlichen Neokolonialismus und die politische und wirtschaftliche Bevormundung durch den Westen und setzt stattdessen auf eine Zusammenarbeit mit Russland, das Niger keine politischen Vorschriften zu machen versucht und auch fairere Bedingungen bei den Wirtschaftsbeziehungen anbietet, als der Westen.

Niger hat dem französischen Konzern Orano nun seine exklusiven Uranabbaurechte entzogen, worüber es jedoch noch fast keine Meldungen in westlichen Medien gibt, ich habe jedenfalls auf Deutsch keine Meldungen darüber gefunden und auf Englisch habe ich nur eine kurze Erklärung gefunden, in der man lesen kann:

„Orano nimmt die Entscheidung der nigrischen Regierung zur Kenntnis, ihrer Tochtergesellschaft Imouraren SA die Genehmigung zur Ausbeutung der Lagerstätte zu entziehen.“

Wenn die Entscheidung in Kraft bleibt, würde das für die französische Atomindustrie steigende Kosten bedeuten, weil sie Uran dann zu Marktpreisen kaufen müsste, anstatt es zum Ramschpreis aus Niger zu beziehen.

Mit wem Niger nun beim Uranabbau zusammenarbeiten will, wurde noch nicht gemeldet. Aber Russland bietet sich als Partner an, denn Russland ist ohnehin führend beim Uranabbau und der Uranverarbeitung. Außerdem ist der russische Staatskonzern Rosatom weltweit führend beim Bau neuer Atomkraftwerke.

Im Gegensatz zu westlichen Staaten, die sich nur billige Abbaurechte sichern, hat Russland bei Partnerschaften im Atombereich einen anderen Zugang. Russland hilft immer dabei, einen neuen Wirtschaftszweig aufzubauen und bildet nicht nur das Personal der Partnerländer aus, sondern hilft auch dabei, künftig selbst deren Ausbildung sicherzustellen und eine eigene Forschung aufzubauen. Theoretisch wäre es also denkbar, dass Russland und Niger langfristig eine enge Zusammenarbeit aufbauen, bei der Niger selbst das Uran verarbeiten und vielleicht sogar ein Kernkraftwerk von Rosatom kaufen kann, um die unterentwickelte Region Westafrikas ausreichend mit Strom zu versorgen, wovon langfristig alle Länder der Region profitieren würden.

Aber das ist derzeit Spekulation. Sicher ist derzeit nur, dass Frankreich ein Problem hat und dass Russland die Chance hat, seine Position auf dem weltweiten Uranmarkt weiter auszubauen.