Ich erinnere daran, dass die russischen Erklärungen über das US-Biowaffenprogramm keine russische Propaganda sind, sondern dass mir und meinem Informanten, mit dem ich für das Buch „Inside Corona“ recherchiert habe, viele der jetzt von Russland veröffentlichten Informationen schon lange aus öffentlich zugänglichen Quellen bekannt waren. Das Pentagon hat das meiste jedoch nach Beginn der russischen Veröffentlichungen vom Netz genommen, um die Spuren zu verwischen, wie ich hier aufgezeigt habe. Wenn Sie nicht wissen, worum es in dem Buch geht, lesen diese beiden aufeinander aufbauenden Artikel dazu, zuerst diesen und dann diesen.

Schon in den ersten Veröffentlichungen des russischen Verteidigungsministeriums zu dem Thema vor über einem Jahr wurde berichtet, dass die USA in der Ukraine die Routen von Zugvögeln erforscht haben, da Zugvögel ideal zur Verbreitung von Biowaffen geeignet sind.

Biowaffen werden in Denkschriften amerikanischer Thinktanks als die Waffen der Zukunft bezeichnet, weil ihr Einsatz – im Gegensatz zu konventionellen oder Atomwaffen – nur schwer nachweisbar sind. Dabei muss es nicht zwangsläufig um Biowaffen gehen, die Menschen töten, es kann auch um die Verbreitung von Tierseuchen gehen, die gigantische wirtschaftliche Schäden anrichten und einen Gegner so schwächen können.

Kommen wir nun zur Übersetzung der neuesten russischen Erklärung zu dem Thema, in der neue Informationen über die US-Forschung an Zugvögeln in der Ukraine veröffentlicht wurden. Die Links und Folien sind aus dem Original übernommen, die zusätzlich dazu veröffentlichten Dokumente finden Sie im Anschluss an die Übersetzung. Außerdem finden Sie im Anschluss an die Übersetzung eine Chronologie der russischen Veröffentlichungen über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine und anderen Staaten.

Beginn der Übersetzung:

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation setzt seine Analyse der Biowaffenaktivitäten der USA und ihrer Verbündeten in der Ukraine und anderswo in der Welt fort.

In der letzten Erklärung haben wir Sie auf die Rolle des US-Energieministeriums bei den Biowaffenprogrammen des Pentagons aufmerksam gemacht. Heute möchte ich auf die Unterlagen eingehen, die die Beteiligung dieses Ministeriums an Dual-Use-Projekten in der Ukraine bestätigen.

So arbeitete beispielsweise eines der 17 Labors des Ministeriums, das Pacific Northwest National Laboratory in Richland im Bundesstaat Washington, direkt in der Ukraine im Rahmen eines Projekts mit der Bezeichnung „Initiative zur Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen“ (Weapons of Mass Destruction Proliferation Prevention Initiative).

Beachten Sie die offizielle Erklärung von John Stephen Binkley, Direktor des Office of Scientific Research im US-Energieministerium, vom 4. April 2022. In dem Dokument wird betont, dass die Direktion die ukrainische Seite bei der Wiederherstellung der gekürzten Dual-Use-Forschungsprogramme nach der möglichen Rückkehr der Spezialisten unterstützen wird.

Das vorgelegte Dokument bestätigt, dass eine der Aktivitäten des Energieministeriums in der Anwerbung von Spezialisten besteht, die zuvor in der Ukraine tätig waren und über Erfahrungen und Kenntnisse auf dem Gebiet der Massenvernichtungswaffen verfügen.

Eine Schlüsselfigur bei der Durchführung der Projekte des US-Energieministeriums in der Ukraine war Professor Richard Weller, ein ehemaliger Mitarbeiter des Pacific Northwest National Laboratory.

Er überwachte die Durchführung der ukrainischen Projekte zur Erforschung von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, und stützte sich dabei auf das Kiewer Institut für Veterinärmedizin sowie auf das Institut für experimentelle und klinische Veterinärmedizin in Charkow.

Erwähnenswert ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen dem US-Energieministerium und dem US-Verteidigungsministerium. So wird beispielsweise das Pacific Laboratory des Energieministeriums von Stephen Ashby geleitet, der auch Vizepräsident der Firma Battelle, einem der wichtigsten Auftragnehmer des Pentagon, ist.

Das Ukrainische Wissenschafts- und Technologiezentrum (USTC) fungierte als Vermittler zwischen dem US-Energieministerium und ukrainischen Forschungseinrichtungen.

Ich erinnere daran, dass das USTC und das Internationale Wissenschafts- und Technologiezentrum (ISTC) für die Verteilung der Gelder im Rahmen des Systems der Zuschüsse zuständig sind. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates dieser Organisation, Ronald Lehman, ist auch Direktor des Zentrums für globale Sicherheitsforschung am Livermore National Laboratory, das ebenfalls zum US-Energieministerium der gehört.

Für die Organisation der Forschungsaktivitäten des Ministeriums in der Ukraine ist der Leiter des Büros des Ministeriums in Kiew, der Energieattaché der US-Botschaft, Sean Anderson, zuständig.

Somit ist das Energieministerium neben dem Pentagon der wichtigste Organisator und Auftraggeber der militär-biologischen Forschung in der Ukraine und anderswo auf der Welt.

Man muss darauf hinweisen, dass unter direkter Beteiligung des US-Energieministeriums mehr als ein Dutzend Dual-Use-Projekte mit dem Code „P“ durchgeführt wurden, wie P-157, P-316, P-490 und andere.

Im Rahmen dieser Projekte wurden die genetische Variabilität in Gebieten mit radioaktiver Verseuchung, die Ausbreitung von Tuberkulose und anderen mykobakteriellen Infektionen sowie wirtschaftlich wichtige Tierkrankheiten – afrikanische und klassische Schweinepest – untersucht.

Ich erinnere daran, dass das US-Energieministerium allein für das Jahr 2023 105 Millionen Dollar für die Forschung im Rahmen des Projekts Virtual Research Environment for Biohazard Preparedness bereitgestellt hat, mit dem die epidemische Ausbreitung besonders gefährlicher Krankheiten untersucht werden soll.

Das wirft eine berechtigte Frage auf: „Was hat das US-Energieministerium mit der Bekämpfung von Bio-Bedrohungen und der Durchführung von Dual-Use-Projekten zu tun?

Der intransparente Charakter der Aktivitäten des US-Energieministeriums wird durch die Tatsache unterstrichen, dass es das ausschließliche Recht genießt, nicht verbrauchte Mittel des Haushaltsjahres nicht an das US-Finanzministerium zurückzugeben und sie für nicht budgetierte zukünftige Ausgaben zu verwenden. Diese Tatsache wird in einem Bericht des US-Finanzministeriums vom 25. Juli 2022 bestätigt.

Dieser Ansatz erfordert keine zusätzlichen Anträge an den US-Kongress und ermöglicht eine uneingeschränkte Finanzierung der militär-biologischen Programme der USA.

Als Beleg dafür möchte ich den amerikanischen Politiker und wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy zitieren: „Seit Anfang der 2000er Jahre hat Washington jährlich mehr als zwei Milliarden Dollar für Programme zur Entwicklung von Biowaffen ausgegeben. Das Pentagon wollte das nicht tun, da es gegen die Genfer Konvention verstößt und es „die Todesstrafe bedeutet, gegen sie zu verstoßen“.

Das russische Verteidigungsministerium hat wiederholt auf die Risiken der militär-biologischen Projekte des Pentagons zur Erforschung der Ausbreitung wirtschaftlich bedeutender Infektionen durch Vektoren, einschließlich Zugvögel, hingewiesen.

Diese Bedenken hängen mit der einzigartigen geografischen Lage der Ukraine zusammen, durch deren Territorium die Migrationsrouten von mehr als 270 Zugvogelarten verlaufen, die ein natürliches Reservoir für so gefährliche Krankheiten wie die hochpathogene Influenza und andere Infektionskrankheiten sind.

Das Projekt P-444 wurde über das Ukrainische Wissenschafts- und Technologiezentrum direkt für das Pentagon durchgeführt und diente in erster Linie der Überwachung der Vogelgrippe bei Wildvögeln in der Region Asowsches und Schwarzes Meer.

Im Rahmen des Projekts wurden die Bedingungen bewertet, unter denen die Übertragung des Virus unkontrollierbar wird, wirtschaftliche Schäden verursacht und die Lebensmittelsicherheit gefährden könnte.

Man muss darauf hinweisen, dass die Vogelgrippe in der Russischen Föderation in den letzten drei Jahren einen Schaden von mehr als 4,5 Milliarden Rubel (ca. 55 Millionen Euro) verursacht hat und mehr als zehn Millionen Stück Geflügel vernichtet wurden. In den europäischen Ländern beliefen sich die durch die Seuche verursachten Verluste in der Agrarindustrie auf etwa drei Milliarden Euro.

Experten sagen, dass die Geflügelpest in Europa früher eine saisonale Krankheit war, heute aber das ganze Jahr über Ausbrüche verzeichnet werden.

Darüber hinaus hat die WHO regelmäßig Fälle artenübergreifender Übertragungen der hoch pathogenen Geflügelpest dokumentiert, bei denen sich ein infektiöser Prozess entwickelt und deren Sterblichkeitsrate beim Menschen bis zu 50 Prozent beträgt. Allein in diesem Jahr wurden vier solcher Fälle in Chile, Kambodscha und China gemeldet.

Das zwingt zu einem neuen Blick auf die Risiken der Durchführung des UP-4-Projekts, bei dem in der Ukraine Stämme mit hohem epidemischem Potenzial gesammelt werden sollten, die in der Lage sind, die Grenzen zwischen Spezies zu überwinden.

Wir möchten anmerken, dass westliche Medien und sogenannte „Experten aus Russland“, die mit ausländischen Zuschüssen forschen, sich zu den globalen biologischen Risiken dieses Projekts äußerst skeptisch äußerten. Sie haben behauptet, dass diese Forschung keine „dualen Charakter“ habe und „absolut sicher“ sei. Dabei wurde festgestellt: „Die Methoden, die von den ukrainischen Wissenschaftlern und ihren ausländischen Kollegen angewandt wurden, werden von Ornithologen in der ganzen Welt verwendet“

Ich erinnere daran, dass der Auftraggeber des UP-4-Projekts das US-Verteidigungsministerium ist, eine Behörde, die mit der Erforschung des Vogelzugs rein gar nichts zu tun hat. Im Laufe der Forschung wurden mindestens zwei Arten von Zugvögeln, deren Zugrouten hauptsächlich durch das Gebiet Russlands führen, identifiziert und aktiv untersucht.

Der duale Charakter der durchgeführten Arbeiten zeigte sich in den Versuchen, die Dokumentation sowie die im Rahmen der Recherchen gesammelten Materialien zu evakuieren und zu vernichten. Darüber hinaus wurden die Projektteilnehmer vom ukrainischen SBU in nie dagewesener Weise unter Druck gesetzt.

In der vergangenen Woche führten Spezialisten des russischen Verteidigungsministeriums zusammen mit Beamten des FSB und der Landwirtschaftsaufsicht Arbeiten auf dem Gebiet des Biosphärenreservats Falz-Fein in Askania Nova, Region Cherson, durch.

Die Untersuchung der aus dem Archiv des Veterinärlabors dieser Organisation entnommenen Dokumente bestätigt, dass die Mitarbeiter des Reservats bis 2022 biologisches Material von Zugvögeln gesammelt und ins Ausland gebracht haben.

Die Studien wurden unter der Aufsicht des stellvertretenden Direktors für internationale Zusammenarbeit des Charkower Instituts für experimentelle und klinische Veterinärmedizin Denis Musyka durchgeführt. Die Biomaterialien wurden von Viktor Gavrilenko und Alexaner Mesinow aus dem Reservat gesammelt und verschickt.

Bei der Inspektion des veterinärmedizinischen Biolabors auf dem Gebiet des Reservats wurden grobe Verstöße gegen die Anforderungen an die biologische Sicherheit festgestellt. Die Arbeiten wurden in unzureichend ausgestatteten Räumen durchgeführt, die Sicherheit der Sammlungen wurde von niemandem gewährleistet oder kontrolliert, in einigen Fällen wurde das hochpathogene Biomaterial sogar in den Wohnungen der Mitarbeiter gelagert.

Beachten Sie die durch Dokumente bestätigte Tatsache eines massenhaften Vogelsterbens im Gebiet des Reservats im Jahr 2021, das nach Ansicht von Experten infektiöser Natur war. Wir schließen nicht aus, dass die gleichzeitigen Todesfälle durch die durchgeführten Experimente und die Vernachlässigung der Anforderungen an die Biosicherheit ausgelöst wurden.

Dabei boten die Projektteilnehmer, die nach der Befreiung des Gebietes Cherson eilig geflohen sind, den im Reservat verbliebenen Mitarbeitern an, die Forschungsergebnisse, insbesondere die Dokumentation, die das massenhafte Vogelsterben bestätigte, gegen eine Belohnung zu verstecken oder zu vernichten.

Die Hauptziele der in Askania Nova durchgeführten Forschungen bestanden also darin, Stämme besonders gefährlicher und wirtschaftlich wichtiger Infektionen zu sammeln und an den Auftraggeber – das Pentagon – zu übermitteln und ihre möglichen Auswirkungen auf die biologische Situation in der Region zu untersuchen sowie die Fähigkeit ausgewählter Erreger zu ermitteln, großflächige Ausbrüche unter Menschen zu verursachen, ähnlich der Pandemie der neuen Coronavirus-Infektion.

Dabei wurden allgemein anerkannte Vorschriften zur biologischen Sicherheit und die Anforderungen grundlegender internationaler Dokumente zur Auswahl und zum Transport von pathogenem Biomaterial ignoriert.

Ich möchte noch einmal betonen, dass die Schritte des Pentagons zur Ausweitung seiner militär-biologischen Präsenz in verschiedenen Regionen der Welt das Ausmaß der biologischen Bedrohung deutlich erhöhen.

Dabei erfordern das Ausmaß der von den USA durchgeführten Dual-Use-Projekte und die globalen biologischen Risiken, die sie darstellen, eine unabhängige internationale Untersuchung der militär-biologischen Aktivitäten der USA.

Ende der Übersetzung

Die Chronologie der russischen Veröffentlichungen

Hier zeige ich noch einmal alles auf, was Russland über die US-Biowaffenlabore in der Ukraine veröffentlicht hat.

Schon Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Dokumente veröffentlicht, die belegt haben, dass die Ukraine nach Beginn der russischen Militäroperation in aller Eile gefährliche Krankheitserreger vernichtet hat. Im Westen wurde derweil bestritten, dass es diese Krankheitserreger in der Ukraine überhaupt gegeben hätte. Und ebenfalls Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Details über die Krankheitserreger veröffentlicht, an denen geforscht wurde und auch mitgeteilt, welche amerikanischen Organisationen daran geforscht haben.

Was Anfang März noch „russische Propaganda“ war, hat die stellvertretende US-Außenministerin Nuland ein paar Tage später bei einer Anhörung im US-Parlament unter Eid indirekt bestätigt, aber die westlichen Medien hielten das nicht für berichtenswert. Auch dass die WHO Kiew wiederum nur ein paar Tage später aufgefordert hat, „hochgefährliche Krankheitserreger“ zu vernichten, die Kiew laut westlichen Medien und Politikern angeblich gar nicht hatte, fanden die westlichen Medien nicht interessant genug, um darüber zu berichten. Daher weiß davon im Westen auch kaum jemand, während russische Medien im Detail darüber berichtet haben.

Ende März hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details und Dokumente zu dem US-Biowaffenprogramm in der Ukraine veröffentlicht, aus denen unter anderem hervorging, dass unter anderem eine New Yorker Firma namens Rosemont Seneca an der Finanzierung beteiligt war. Stammlesern des Anti-Spiegel ist die Firma ein Begriff, denn sie hat in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle in der Ukraine gespielt. Die Firma gehört übrigens Hunter Biden, dem Sohn des US-Präsidenten.

Wie kurz danach öffentlich wurde, haben die US-Spezialisten in der Ukraine auch Tests an Menschen durchgeführt. Weitere Details wurden Mitte April und Anfang Mai veröffentlicht. Außerdem hat der ehemalige US-Präsident Bush Junior Mitte Mai die Existenz der unter ihm in der Ukraine begonnenen US-Biowaffenprogramme, wenn auch unfreiwillig, zugegeben.

Anfang Juni fand in Moskau eine Konferenz über die Biowaffenprogramme des Pentagon in der Ukraine statt, in der die der Öffentlichkeit bekannten Fakten zusammengetragen wurden und an der auch ich teilgenommen habe. Darüber habe ich in zwei Artikeln (hier und hier) berichtet. Nur wenige Tage später hat das Pentagon zugegeben, 46 Biolabore in der Ukraine finanziert zu haben, allerdings sei es dabei nur um Gesundheitsvorsorge gegangen, Details dazu inklusive Link zur Erklärung des Pentagon finden Sie hier.

Mitte Juni hat das russische Verteidigungsministerium viele Details über die US-Biowaffenprogramme und die Erreger, an denen geforscht wurde, veröffentlicht, denen Anfang Juli weitere Details folgten.

Anfang August hat das russische Verteidigungsministerium erklärt, dass es Covid-19 für eine US-Biowaffe hält und Anfang September wurden weitere Details über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine veröffentlicht.

Russland hat im September eine Sondersitzung der Vertragsstaaten der Biowaffenkonvention erwirkt, den Vertragsstaaten seine Erkenntnisse präsentiert und den USA und der Ukraine 20 Fragen gestellt, von denen sie nicht eine beantworten konnten oder wollten. Darüber hat das russische Verteidigungsministerium im Dezember weitere Details veröffentlicht. Ende Januar 2022 hat das russische Verteidigungsministerium dem weitere Details hinzugefügt.

Anfang März 2022 hat das russische Verteidigungsministerium sich erstmals zu den mRNA-Impfstoffen geäußert und Anfang April 2022 weitere Details über die gefährlichen Impfstoffe veröffentlicht.