Warum „Heil Ukraine“ die korrekte Übersetzung von „Slava Ukraini“ ist
Westliche Politiker rufen gerne den ukrainischen Schlachtruf „Slava Ukraini“, der korrekt mit „Heil Ukraine“ übersetzt werden sollte. Warum das so ist, will ich hier noch einmal aufzeigen.
In der Ukraine wird offen der Hitlergruß gezeigt, es finden Fackelmärsche statt, die wir nur aus Filmen aus den 1930er Jahren kennen und der nationale Gruß lautet „Heil Ukraine, Heil den Helden!“
„Ruhm“ oder „Heil“?
Das muss ich erklären, denn die deutschen Medien übersetzen das immer mit „Ruhm der Ukraine, Ruhm den Helden!“ Das klingt natürlich harmloser. Das ist nicht einmal falsch, denn das alte slawische Wort „Slava“, um das es geht, bedeutet „Ehre“ oder „Ruhm“, der Google-Übersetzer wirft auch noch „Berühmtheit“, „Leumund“ und „Ruf“ aus. Es ist also ein schwer zu übersetzendes Wort mit vielen Bedeutungen, das sowohl eine Ehrerbietung sein kann, als auch eine Begrüßungsformel oder auch ein Glückwunsch.
Das Problem ist, dass es auch ein altes deutsches Wort gibt, das diese Bedeutungen hatte. Es ist das seit der Nazi-Zeit verrufene Wort „Heil“. Genauso wie „Slava“ ist es ein sehr altes Wort, das noch auf germanische Sprachen zurückgeht und das man daher auch im Englischen als „Hail“ findet. So konnte man bei Shakespeare lesen „All hail, Macbeth!“ was früher als „Heil dir, Macbeth!“ übersetzt wurde.
Früher wurde auch der lateinische Gruß „Ave Cäsar!“ mit „Heil Dir, Cäsar!“ übersetzt. In der Kaiserzeit gab es Lieder, in denen man „Heil unserem Kaiser“ hören konnte. Auch viele bis heute übliche Formulierungen wie „Ski heil“ oder „Petri heil“ gehen darauf zurück. „Heil“ war einst ein normales Wort.
Aber die Geschichte ist, wie sie ist und es gab die Nazis nun einmal, weshalb das deutsche Wort „Heil“ nicht mehr benutzt werden sollte. In slawischen Ländern ist man sich der Bedeutung des Wortes „Slava“ durchaus bewusst, aber es wurde zum Beispiel auch in Sowjetunion benutzt, wenn man dem Kommunismus „Slava“ gewünscht hat. Und die Sowjetunion stand nicht in dem Verdacht, ein Nazi-Staat gewesen zu sein.
Der springende Punkt ist also die Frage, in welchem Kontext das Wort „Slava“ genutzt wird, um zu verstehen, ob man es mit „Ruhm“ oder „Ehre“ übersetzt, oder mit „Heil“.
Der Ursprung des ukrainischen Schlachtrufes
In der Ukraine ist der genannte Slogan „Slava Ukraine! Gerojam Slava!“ („Heil Ukraine, Heil den Helden!“) nach dem Maidan so etwas wie eine offizielle Grußformel des „neuen Staates“ geworden und ukrainische Politiker beenden ihre Reden oft mit dieser Formel. Seine Ursprünge hat der Ausruf jedoch bei den ukrainischen Faschisten um Bandera, die die Formulierung ganz bewusst in Anlehnung an das „Heil“ der Nazis gewählt und genutzt haben und dazu nach dem deutschen Vorbild auch den rechten Arm gehoben haben.
Der ukrainische Schlachtruf geht auf die Organisation Ukrainischer Nationalisten zurück, die von italienischen Faschisten und der deutschen Nazi-Regierung unterstützt wurden. Im Zweiten Weltkrieg zogen sie in den Bataillonen „Nachtigall“ und „Roland“ und als Freiwillige der Waffen-SS-Division „Galizien“ aufseiten der Nazis in den Krieg gegen die Sowjetunion. Und vor allem die Waffen-SS-Division Galizien ist für sehr brutale Massenmorde an Juden, Polen und anderen Volksgruppen bekannt geworden.
Die westlichen Politiker wissen, was sie tun
Westliche Spitzenpolitiker haben bei Staatsbesuchen in Kiew ebenfalls diesen Schlachtruf benutzt und sogar das deutsche Außenministerium hat ihn schon in offiziellen Erklärungen verwendet.
Mit Unwissen können sie sich dabei nicht herausreden, wie ein Vorfall im deutschen Bundestag vom 15. Juni 2023 gezeigt hat. Das Sitzungsprotokoll des Bundestages vom 15. Juni zitiert den Vorfall, der auf eine Rede des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohmaier folgte. Auf Seite 190 des Protokolls ist seine Rede zu lesen, die verräterische Reaktion der Bundestagvizepräsidentin findet sich auf Seite 191. Der entscheidende Satz von Frohnmaier lautete im Bundestagsprotokoll:
„Diese Regierung, diese Bandera-Baerbocks, diese Wolodymyr Habecks, diese Sachwalter des Auslands, denen ist Deutschland doch völlig egal, meine Damen und Herren.“
Darauf hat Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz laut Bundestagsprotokoll geantwortet:
„Also, erst einmal möchte ich auf einen Teil der Rede eingehen. Unsere Außenministerin mit jemandem zu vergleichen, Bandera, dem immerhin Rechtsextremismus nachgesagt wird, das möchte ich für dieses Haus mal wirklich in aller Deutlichkeit zurückweisen. Man kann viel sagen, aber das ist ein Vergleich, der sich nicht gehört.“
Wir können also festhalten, das die Vertreter der deutschen Regierung sehr genau wissen, wen sie in Kiew mit Milliarden Euro unterstützen, wenn sie dagegen protestieren, dass deutsche Regierungsmitglieder mit Stepan Bandera, dem Nationalhelden der heutigen Ukraine, verglichen werden.
Der Vollständigkeit halber zeige ich Frohnmaiers Rede inklusive der Reaktion der Bundestagsvizepräsidentin im Video.
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