Sprengung des Staudamms

US-Außenministerium verweigert Kommentar zu WP-Bericht über ukrainischen Beschuss

Im Dezember hatte die Washington Post berichtet, dass die ukrainischen Streitkräfte den Staudamm, den sie nun gesprengt haben, mit amerikanischen HIMARS-Raketen beschossen haben, um ihn zu zerstören. Das US-Außenministerium wollte das nicht kommentieren.

Dass die ukrainische Armee den Staudamm des Wasserkraftwerkes Kachowka, den sie nun gesprengt hat, schon im letzten Sommer beschossen hat, ist mir nicht neu, denn ich war damals dort und habe die Schäden selbst gesehen. Aber wer im Westen glaubt mir schon, ich gelte ja schließlich als russischer Propagandist.

Anders ist es hingegen mit der Washington Post, die ist in dieser Hinsicht über jeden Zweifel erhaben. Daher ist ein langer Artikel der Washington Post vom 29. Dezember 2022 bemerkenswert, denn in dem Artikel hat die US-Zeitung das gleiche berichtet, wie ich auch. Sie hat über ukrainische Soldaten berichtet, die offen erzählt haben, dass sie den Staudamm seinerzeit mit aus den USA gelieferten HIMARS-Raketen beschossen haben, weil sie den Damm zerstören und die Wirkung der Raketen testen wollten.

Die Ukraine wollte den Damm zerstören, weil das der russischen Armee militärische Nachteile bringen würde. Hier verlinke ich die Originalversion des Artikels aus dem Internetarchiv für den Fall, dass der Artikel nun umgeschrieben werden sollte.

Daran möchte man sich im Westen heute jedoch nicht mehr erinnern, denn westliche Medien und Politiker werfen Russland vor, den Staudamm gesprengt und damit ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. „Leider“ war es aber nicht Russland, sondern die vom Westen unterstützte Ukraine, die das Kriegsverbrechen begangen hat.

Ein Journalist hat das US-Außenministerium gebeten, dazu Stellung zu nehmen, der Sprecher lehnte es jedoch ab, den Artikel zu kommentieren. Darüber hat die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet und ich habe die kurze TASS-Meldung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das US-Außenministerium hat die Berichte der Washington Post über den Beschuss des Wasserkraftwerks Kachowka durch die ukrainischen Streitkräfte nicht kommentiert

Vedant Patel, stellvertretender Pressesprecher des Ministeriums sagte, er sei „mit dem Bericht nicht vertraut“.

Vedant Patel, der stellvertretende Pressesprecher des US-Außenministeriums, lehnte es ab, einen im Dezember 2022 von der Washington Post veröffentlichten Artikel zu kommentieren, in dem berichtet wurde, dass die ukrainischen Streitkräfte das Wasserkraftwerk Kachowka mit US-amerikanischen HIMARS-Mehrfachraketen beschossen hätten.

„Mir ist dieser Bericht nicht bekannt“, antwortete Patel am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf die entsprechende Frage eines Journalisten. „Ich habe Ihnen also nichts zu sagen.“

Am Dienstagabend hatten die ukrainischen Streitkräfte einen Raketenangriff auf das Wasserkraftwerk Kachowka gestartet, bei dem Schieber zerstört wurden und Wasser unkontrolliert abgelassen wurde. In Nowaja Kachowka hat der Pegel bereits 12 Meter erreicht. Jetzt befinden sich 14 Siedlungen im Überschwemmungsgebiet, insgesamt können etwa 80 Dörfer überflutet werden. Die Zerstörung des Wasserkraftwerks hat schwere Umweltschäden verursacht, landwirtschaftliche Felder entlang des Dnjepr wurden weggeschwemmt, und es besteht die Gefahr, dass der Nord-Krim-Kanal verlandet.

Dmitry Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, bezeichnete den Angriff auf das Wasserkraftwerk Kachowka als vorsätzliche Sabotage durch die Ukraine. Er fügte hinzu, dass das Kiewer Regime die volle Verantwortung für die Folgen tragen müsse.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

19 Antworten

  1. Gemeimsam können die vereinigten Medien und Politik auch dies wegschweigen. Sie werfen dann einfach noch mehr Dreck nach a) Russland und b) allen, die Russlands „Erzählungen“ (ein relativ neu verwendeter Propaganda-Begriff) glauben.

    1. Sicherheitshalber ohne Link!

      Johannes 8:44 BIBEL.HEUTE

      Euer Vater ist nämlich der Teufel, und ihr wollt das tun, was euer Vater will. Er war von Anfang an ein Mörder und hat die Wahrheit immer gehasst, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er lügt, entspricht das seinem ureigensten Wesen. Er ist der Lügner schlechthin und der Vater jeder Lüge.

      1. „Dieser ist ja nicht komplett zerlegt …“

        Hallo? Ich habe es jetzt nicht nachgemessen, aber da fehlen ein paar hundert Meter.
        Wenn da jetzt nur ein Loch drin gewesen wäre…

    1. Der Bericht in der Washington Post bezieht sich schließlich und lediglich auf Aussagen ukrainischer Soldaten hinsichtlich B e s c h u s s e s des Staudamms.

      Die erneut kriegsverbrecherische Handlung der Ukraine wurde jedoch, so meine Lesart, durch eine S p r e n g u n g herbeigeführt (es wurde offenbar von Explosionen noch nach der Sprengung weitab des Tatorts berichtet).

      Zwei Paar verschiedene Schuhe – und dennoch passen Sie ausschließlich zum Terror-Regime Ukraine.

    2. @Zappenduster

      lustig….Sie müssen ihr Auto gar nicht gegen den Baum fahren um es unbenutzbar zu machen…es reicht völlig aus, Zucker in den ank zu kippen & davon braucht man nicht mal viel….

  2. Tucker Carlson sendet zum Thema auf Twitter – und verheimlicht nichts:

    „… „Die Sprengung des Staudamms mag schlecht für die Ukraine sein, aber sie schadet Russland mehr, und genau aus diesem Grund hat die ukrainische Regierung die Zerstörung des Staudamms in Erwägung gezogen”, so Carlson, der darauf hinwies, dass ein ukrainischer General in Kommentaren gegenüber der Washington Post im vergangenen Dezember zugegeben habe, Angriffe auf die Kachowka-Staudammanlage zu planen. … Während Carlson sagte, er habe kaum Zweifel daran, dass Kiew hinter dem Angriff stecke, merkte er an, dass mehrere amerikanische Medien bereits angedeutet hätten, dass Moskau den Angriff auf sich selbst arrangiert haben könnte …“

    https://tkp.at/2023/06/07/tucker-carlson-in-erster-twitter-sendung-zu-urhebern-der-staudamm-sprengung/

    Jeder kann es im Westen wissen, wer will. Die militärische Banderas-Niederlage Anfang der Woche lässt sich ebenso nicht lange verheimlichen. Man kann vergessen, dass Tiger und Leoparden für BlackRock den globalen Klimagedöns-Kuchen von 50-100 Billionen erobern, wie angestrebt.

    Im TKP-Artikel lese ich noch, dass Carlson den Nordstream-Anschlag den Ukros in die Schuhe schiebt – doch noch zum Teil dem US-Establishment verpflichtet?

  3. Der Beschuss der Fluttore mit Himars fand zu einem Zeitpunkt statt, als die russischen Truppen den Damm noch für den Nachschub ihrer Truppen auf der Westseite des Flusses brauchten. Es war also eine ganz andere militärische Situation.

  4. Wieso gelingt es den Russen nicht,diese Ukro Naziregierung auszuschalten?
    Kann es nicht verstehen,aber Skripal,Nawalny etc. Zu vergiften,ohne dass sie sterben,das gelingt ihnen.Wir werden doch allesamt verarscht.
    Selenskyi ,Melnyk,etc. eliminieren,und der Krieg endet inwendigen Tagen.
    Sind die Russen so schwach und einfallslos?kann ich nicht glauben.

  5. die Ukra Nazis lassen am oberen Staudamm jede Menge Wasser ab so dass am Kachowka Damm der Pegel noch nicht gefallen ist. Der Staudamm ist auch nicht ganz zerstört, nur oben die Krone und die Fluttore, deshalb schickt die Ukraine mehr Wasser von oben.

  6. Ich glaube nach wie vor, dass die Ukraine mit der Flut ein Übersetzen der russischen Streitkräfte über den Dnepr verhindern will, um sich in Ruhe nach Norden auf russisches Kernland zu richten. Alle Welt erwartet … und erzählt das auch, dass sie den Landkorridor unterbrechen wollen, also wäre es das dümste was man machen könnte. Nämlich in die gut befestigten und mit hoch motivierten Kämpfern besetzten Stellungen im Donbass zu rennen. Das russische Kernland haben sie bereits mehrfach zu Testzwecken angegriffen und beschießen es auch immer noch. Ok, ich weiß ja nicht was sie noch in Petto haben, aber wundern würde mich das jedenfalls nicht.

    Zumindest fällt mir kein Grund ein warum sie die Flut durch öffnen der Schleusen auf den Stromaufwärts gelegenen Dämmen aufrecht erhalten. OK. ein Nero-Befehl vielleicht, aber dann könnte man das doch auch bei diesen Dämmen mittels Sprengung erledigen, anstatt mit einfachen Schleusenöffnungen.

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