Putins Erklärungen in Peking enthalten eine Warnung an die USA
Der russische Präsident Putin hat sich in China mit seinem Amtskollegen Xi getroffen. Hier zeige ich die wichtigsten Äußerungen Putins nach dem Treffen, die auch eine Warnung an die USA enthielten.
Putins Aussagen nach seinem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten XI wirkten recht unspektakulär, wenn sie nicht eine deutliche Warnung an die USA enthalten hätten, die man leicht übersehen konnte. Putin kündigte an, dass russische MiG-31-Kampfflugzeuge ab sofort mit Kinzhal-Raketen bewaffnet über den Schwarzen Meer patrouillieren würden. Putin wies darauf hin, dass diese Überschallraketen „eine Reichweite von über tausend Kilometern und eine Geschwindigkeit von Mach neun“ haben und sagte auch, dass die Entscheidung vor dem Hintergrund getroffen wurde, dass die USA zunehmend in den Ukraine-Konflikt hineingezogen würden. Und er erwähnte dabei auch den Nahostkonflikt, also den Krieg in Israel, wobei er hinzufügte:
„Das ist keine Drohung, aber wir werden eine visuelle Kontrolle ausüben, eine Kontrolle mit Waffen über das, was im Mittelmeer passiert.“
Das war vielleicht keine Drohung an die USA, aber eine eindeutige deutliche Warnung. Der Grund ist, dass die USA gleich zwei Flugzeugträger-Gruppen ins östliche Mittelmeer geschickt haben und dass die Kinzhal-Raketen, die von keiner Luftabwehr abgefangen werden können, in Fachkreisen auch als „Flugzeugträger-Killer“ bezeichnet werden.
Die russische Nachrichtenagentur TASS hat die wichtigsten Aussagen Putins zusammengefasst und ich habe die Zusammenfassung der TASS übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Kinzhals über dem Schwarzen Meer und ATACMS als Verlängerung der Agonie Kiews: Putins Rede in Peking
Russische Flugzeuge mit Kinzhal-Systemen beginnen mit Patrouillen über dem Schwarzen Meer, sagte der russische Präsident Wladimir Putin vor Journalisten zum Abschluss seines Besuchs in China.
Der Staatschef nannte den Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen ein schreckliches Ereignis und eine Katastrophe, die ein Signal für das Ende des Nahostkonflikts sein könnte, äußerte seine Zuversicht, dass die Lieferung von US-ATACMS-Raketen an die Ukraine nicht helfen werde, und sprach über die Verhandlungen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping „bei einer Tasse Tee“.
Die TASS hat die wichtigsten Aussagen Putins zusammengestellt.
Zu Kinzhals über dem Schwarzen Meer
- „Die russische Luftwaffe beginnt mit ständigen Patrouillen in der neutralen Zone des Luftraums über dem Schwarzen Meer. Unsere MiG-31-Flugzeuge sind mit Kinzhal-Komplexen bewaffnet.“ „Diese Komplexe haben eine Reichweite von über tausend Kilometern und eine Geschwindigkeit von Mach neun.“
- Diese Entscheidung wurde vor dem Hintergrund getroffen, dass die USA zunehmend in den Ukraine-Konflikt hineingezogen werden. „Und auch vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts, der die Atmosphäre aufheizt“.
- „Das ist keine Drohung, aber wir werden eine visuelle Kontrolle ausüben, eine Kontrolle mit Waffen über das, was im Mittelmeer passiert.“
Zur Lieferung von ATACMS-Raketen an die Ukraine
- Die ATACMS-Raketen, die Washington heimlich an Kiew geliefert hat, werden die Situation nicht grundlegend ändern können: „Erstens ist es sicherlich schädlich, und es stellt eine zusätzliche Bedrohung dar. Zweitens werden wir sicherlich in der Lage sein, diese Angriffe abzuwehren“.
- „Für die Ukraine ist daran in diesem Sinne nichts Gutes. Es verlängert nur die Agonie.“
Zur Militäroperation
- Die Behauptung, Russland sei in der Ukraine besiegt, ist lächerlich: „Wenn Russland den Krieg verloren hat, warum sollte man dann ATACMS liefern? Man sollte doch die ATACMS und alle anderen Rüstungsgüter zurücknehmen, sich zum Pfannkuchenessen hinsetzen und zu uns auf eine Teestunde kommen.“
- Die ukrainischen Streitkräfte haben eine weitere Gegenoffensive gestartet, die „seit langem angekündigt und erwartet“ wurde, jetzt in Richtung Cherson: „Es gibt noch kein Ergebnis, aber es gibt Verluste. Es gibt kein Ergebnis, genau wie in Saporoschje und anderen Abschnitten.“
- Moskau registriert Veränderungen in der Rhetorik des Westens und Kiews in Bezug auf mögliche Friedensgespräche. „Wenn die ukrainische Seite einen wirklichen Verhandlungsprozess will, dann muss man das nicht mit irgendwelchen ‚theatralischen Gesten‘ tun, sondern als erstes das Dekret des ukrainischen Präsidenten [Wladimir Selensky] aufheben, das Verhandlungen verbietet.“
Zum Nahostkonflikt
- Der Angriff auf das Krankenhaus in Gaza ist „ein schreckliches Ereignis, Hunderte Tote, Hunderte Verletzte“. Vielleicht ist es ein Signal, dass „dieser Konflikt so schnell wie möglich beendet werden sollte, auf jeden Fall sollte schnell die Möglichkeit geschaffen werden, irgendwelche Kontakte und Verhandlungen aufzunehmen.“
- Putins Telefongespräche mit den Staats- und Regierungschefs der fünf Länder des Nahen Ostens vermittelten den Eindruck, dass „niemand eine Fortsetzung, eine Ausweitung des Konflikts und eine Verschärfung der Situation will“. „Es gibt praktisch keine Bereitschaft, den Konflikt zu entwickeln, ihn in einen groß angelegten Krieg zaufszuweiten.“
- Russland hat sich immer für die Unabhängigkeit Palästinas ausgesprochen: „Was die Schaffung eines palästinensischen Staates betrifft, so haben wir eine prinzipielle Position, die mit der gegenwärtigen Krise überhaupt nichts zu tun hat, obwohl sie natürlich dieses Problem an die Oberfläche bringt.“
Zu den Beziehungen zu China
- Russland hat Deutschland beim Handelsumsatz mit China überholt und steht „unter den nicht zur Region gehördenden Ländern“ an zweiter Stelle nach den USA: „Das Volumen des Handelsumsatzes, von dem wir heute sprechen, ist wirklich beeindruckend. Wir haben uns ja das Ziel gesetzt, im Jahr 2024 200 Milliarden Dollar zu erreichen. Und als wir das im Jahr 2019 formuliert haben, sage ich Ihnen ganz ehrlich: Nur wenige haben das überhaupt für möglich gehalten.“
- Die Regierungschefs Russlands und Chinas werden bei einem Treffen in Bischkek die bei Xi Jinpings Moskau-Besuch im März vereinbarten acht Punkte im Detail besprechen und einen Plan für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern bis 2030 unterzeichnen. „Das ist ein sehr guter Plan, er ist sehr konkret und fundiert.“
- Putin und der chinesische Staatschef erörterten nach den erweiterten und engen Gesprächen vertrauliche Themen unter vier Augen: „Er und ich haben unter vier Augen <…> bei einer Tasse Tee gesprochen. Wir haben anderthalb, vielleicht zwei Stunden lang gesprochen und einige sehr vertrauliche Themen unter vier Augen erörtert.“
Ende der Übersetzung
Kommentare werden geladen...