Der russische Außenminister Lawrow wurde bei einer Pressekonferenz mit seinem weißrussischen Amtskollegen nach der Ukraine und gefragt und die Antwort Lawrows war überraschend, denn er erklärte, dass „eine Reihe hochrangiger Vertreter westlicher Länder“ Signale der Verhandlungsbereitschaft gesendet hätten, um die Kämpfe in der Ukraine zu beenden. Lawrow nannte keine Namen oder Einzelheiten, machte aber einige Andeutungen, die in den nächsten Tagen sicher zu Spekulationen führen dürften. Um die Aussage Lawrows nicht zu verfälschen, übersetze ich die Frage des Journalisten und Lawrows Antwort komplett.

Beginn der Übersetzung:

Frage: In letzter Zeit wurde im Westen viel über die Kürzung der Hilfe für das ukrainische Regime gesprochen. Ist es möglich, solchen Aussagen Glauben zu schenken? Erhält Moskau aus dem Westen Signale, dass Verhandlungen über die Ukraine aufgenommen werden müssen?

Lawrow: Wir hören die Gespräche, dass es an der Zeit ist, die Hilfe für die Ukraine zu kürzen. Das ist nicht nur Gerede. Sowohl in Europa als auch in den USA gibt es bereits konkrete Schwierigkeiten, „freies Geld“ für die weitere Unterstützung des Selensky-Regimes zu finden. Es hat die Erwartungen eindeutig nicht erfüllt, es hat nicht die Rolle eines Werkzeugs gespielt, um die Sicherheit der Russlands zu untergraben, um unsere gemeinsame Geschichte, Kultur, alles Russische auf dem Gebiet, das dieses Regime weiterhin kontrolliert, zu vernichten. Sie hören die Einschätzungen von nüchternen Politikern in der NATO und der EU. Besser spät als nie. Es ist an der Zeit, dass sie erkennen, dass der Krieg, den sie mit den Händen des Selensky-Regimes gegen Russland begonnen haben, eine Sackgasse ist.

Was die „Anläufe“ zu Verhandlungen angeht: Der russische Präsident Wladimir Putin hat gestern im Rahmen des „Direkten Drahtes“ und der großen Pressekonferenz auch dieses Thema angesprochen, so wie er es in den vergangenen Monaten mehrfach getan hat. Wir haben uns Verhandlungen nie entzogen. Diese Frage sollte man nicht an uns richten.

Präsident Putin sagte mal, dass diejenigen, die jetzt gegen Verhandlungen sind – ich meine unter anderem diejenigen, die Selensky die Unterzeichnung des bereits im April 2022 erzielten Abkommens untersagt haben -, verstehen sollten, dass die Bedingungen, unter denen diese Verhandlungen beginnen können, für sie umso schwieriger werden, je länger sie Selensky zwingen, Krieg zu führen.

Sie sagen, dass Russland eine „strategische Niederlage“ „auf dem Schlachtfeld“ erleiden muss. Auf dem Schlachtfeld bekommen sie das Ergebnis, das sie anstreben.

Zu den Versuchen zu verhandeln: Die haben „sieben Freitage in der Woche“. Sie sagen Unwahrheiten ohne rot zu werden. Wenn sie verkünden, dass sie ohne die Ukraine nicht über die Ukraine reden, sind sie Heuchler. So ist es ganz und gar nicht.

Ich möchte keine Namen nennen und habe kein Recht, Namen zu nennen. Eine Reihe hochrangiger Vertreter westlicher Länder, darunter ein führender Vertreter eines bekannten westlichen Landes, haben mehrmals über verschiedene Kanäle – über mindestens drei verschiedene Kanäle – Signale gesendet und gesagt, warum treffen wir uns nicht und sprechen darüber, was mit der Ukraine und der europäischen Sicherheit zu tun ist? Dreimal. Obwohl diese „Figur“ direkten Zugang zu seinem Kollegen in Moskau hat. Solche „Tricks“ haben wir in den letzten sechs Monaten gesehen.

Wenn jemand daran interessiert ist, den Versuchen ein Ende zu setzen, die eigene Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer aufzubauen, die legitimen Interessen Russlands und der Russen, die in vielen Ländern unseres Kontinents leben, zu verletzen, bitte schön. Wir sind jederzeit bereit, ernsthaft über diese Dinge zu reden.

Wenn jemand künftige Kontakte mit Russland von der Notwendigkeit eines Sieges des Naziregimes über Russland abhängig macht, dann hat er erstens keine Ahnung von Politik und versteht nichts von den realen Kräfteverhältnissen. Zweitens: Mit solchen Leuten haben wir nichts zu besprechen.

Ende der Übersetzung