Frankreich: Abzug französischer Soldaten aus Niger wird noch nicht in Betracht gezogen

Die Botschaft der Republik in Niger setzt ihre Arbeit fort

Die Frage des Abzugs französischer Soldaten aus dem Territorium von Niger steht noch nicht auf der Tagesordnung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP hat der Generalstab der französischen Streitkräfte eine entsprechende Erklärung abgegeben.

Der Sprecher des Generalstabs, Oberst Pierre Gaudière, erklärte in einer Sendung des Senders BFMTV, dass das französische Militär in Kontakt mit Vertretern der Streitkräfte Nigers stehe. Ihm zufolge „kommen die Franzosen selbstständig am Flughafen an“, es seien keine speziellen Konvois für sie organisiert worden. „Französisches Militärpersonal ist auf dem Flughafen. Etwa 50 Militärangehörige helfen beim Check-in und beim Einsteigen in die Flugzeuge“, sagte er und verneinte die Frage, ob seine Truppen auf den Straßen der Hauptstadt des afrikanischen Landes patrouillieren würden.

Gaudière sagte, dass die Botschaft der Republik Niger ihre Arbeit fortsetze. Er fügte hinzu, dass die Evakuierung der französischen Staatsbürger auf freiwilliger Basis erfolge. „Bis jetzt läuft alles gut, die Menschen kommen weiterhin am Flughafen an. Wir versuchen, die Flugzeuge so gut wie möglich zu füllen, die erste Maschine sollte bald abfliegen“, sagte er.

Zurzeit sind Flugzeuge des französischen Verteidigungsministeriums an der Evakuierung von 1.500 Europäern, darunter 700 Franzosen, beteiligt. Zwei Flugzeuge sind bereits auf dem Flughafen von Niamey gelandet, und ein drittes Flugzeug soll am Dienstagabend eintreffen, teilte das Hauptquartier der Streitkräfte dem Fernsehsender LCI mit. Das französische Außenministerium erklärte, die Evakuierung werde bis Mittwochabend dauern.

Das Militär des Nigers, das an dem Putsch teilgenommen hat, hat Paris und seine Verbündeten beschuldigt, eine Militäroperation zur Befreiung von Präsident Mohamed Bazoum zu planen. In der Hauptstadt befindet sich ein großer Stützpunkt der französischen Luftwaffe, die Zahl der Kontingente der Republik beträgt etwa 1.500 Soldaten. Auch Militäreinheiten Deutschlands, Italiens und der USA sind in dem afrikanischen Land stationiert.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. Bisher wurde von keinerlei Verletzten oder – Gott bewahre – Toten bei der Revolution berichtet. Die ist gut organisiert. Dem alten Präsidenten Bazoum wurde kein Haar gekrümmt, er hatte sogar wieder einen öffentlichen Auftritt. Das Militär hat seine übereifrigen Anhänger mit Tränengas zurückgedrängt, als die die französische Botschaft mit Steinen beworfen und die Tür angezündet hatten.

    Auch Europäern wird kein Haar gekrümmt. Die sind mitten in der Revolution in Niamey oder Zinder geschützter als in Paris oder Berlin. Die Nigrer sind ein zivilisiertes Volk. Die französischen (und deutschen) Besatzungstruppen haben bisher keine Aufforderung bekommen, das Land zu verlassen.

    Wenn die Übergangsregierung erst fest im Sattel ist, wird die Frage aufkommen. In Burkina Faso haben die französischen Truppen 100 Tage Frist zum Abdampfen bekommen. Die haben sie eingehalten.

    Black Power !

  2. Also ein demokratischer Staat – einer der allerärmsten in Afrika! Ist das Entwicklungshilfe Made in US/ EU wenn man so ein land voll stopft mit Militär?

    – USA haben 1100 Soldaten (USA investierten über 500 Millionen Dollar – Militär)
    – Frankreich 1500 Soldaten
    – Italien 500 Soldaten
    – auch Deutschland hat in der Region Mali, Niger noch mind. 1200 Soldaten
    Usw.. Usw.

    Ja klar der Westen hat sofort die Sicherheits- und Entwicklungshilfe für das Land gestrichen!
    Allerdings wäre da schon die Frage werden Menschen die Hunger haben von absoluten Almosen und Militärhilfe satt?
    Eigentlich müsste doch der Niger , Nigeria udgl. reiche Staaten sein die ihre Bevölkerung zumindest ernähren kann zu vertretbaren Preisen. War der ehemalige Präsident des Niger M .Bazoum doch so ein wenig korrupt .

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