Chef des russischen Sicherheitsrates: „Wir sind nicht im Krieg mit der Ukraine“
Russland sieht sich bis heute nicht im Krieg mit der Ukraine, sondern bestenfalls mit der Neonazi-Regierung in Kiew. Das hat der Chef des russischen Sicherheitsrates erneut in einem Interview erklärt.
Viele Fragen sich, warum Russland bei den Ereignissen in der Ukraine von einer „Militäroperation“ spricht und nicht von einem Krieg. Übrigens ist es in Russland nicht verboten, das Wort „Krieg“ in dem Zusammenhang zu verwenden, wie westliche Medien immer noch behaupten. Das Wort „Krieg“ wird in Russland – auch im Fernsehen – durchaus benutzt, wenn es um die Kampfhandlungen in der Ukraine geht, zumal der Krieg im Donbass bereits 2014 angefangen hat, als Kiew Panzer anstatt einer Verhandlungsdelegation gegen die Demonstranten im Donbass geschickt hat, die gegen den Maidan-Putsch protestiert haben.
Russland spricht von einer „Militäroperation“, weil sich Russland nicht im Krieg mit der Ukraine oder den Ukrainern sieht. Daher die offizielle Formulierung. Russland sieht sich bestenfalls im Krieg mit dem Nazi-Regime in Kiew, denn als Ziel der Militäroperation hatte Präsident Putin nicht umsonst unter anderem die Entnazifizierung der Ukraine verkündet. Und aufgrund der Reaktion des Westens, der Russland daraufhin einen Wirtschafts- und Informationskrieg erklärt hat, der Ukraine massenhaft Waffen liefert und Russland offen den mindestens wirtschaftlichen Zusammenbruch wünscht, sieht Russland sich faktisch im Krieg mit dem kollektiven Westen.
Das wurde auch in einem Interview mit Nikolaj Patruschew, dem Chef des russischen Sicherheitsrates, deutlich, das Patruschew der russischen Zeitung „Argumenty i fakty“ gegeben hat. Die Zeitung hat vorab Auszüge aus dem Interview veröffentlicht, die ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Nikolaj Patruschew: „Die Ereignisse in der Ukraine sind eine Konfrontation zwischen der NATO und Russland“
„Die ganze Geschichte mit der Ukraine wurde in Washington entworfen, um Technologien der Abgrenzung zu trainieren und ein Volk gegen ein anderes auszuspielen“, sagte der Sekretär des Sicherheitsrates Nikolaj Patruschew im Interview mit Argumenty i Fakty. „Millionen von Menschen wird verboten, ihre Muttersprache zu sprechen, und sie werden gezwungen, ihre Wurzeln zu vergessen. Um seine Ambitionen zu befriedigen, vernichtet der Westen praktisch das ukrainische Volk, zwingt die aktive Generation, auf dem Schlachtfeld zu sterben, und treibt den Rest der Bevölkerung in die Armut.“
Die Ereignisse in der Ukraine sind kein Zusammenstoß zwischen Moskau und Kiew, sondern eine militärische Konfrontation der NATO, vor allem der USA und Großbritanniens, mit Russland. Aus Angst vor direktem Kontakt treiben die NATO-Ausbilder ukrainische Jugendliche in den sicheren Tod. Mit der Militäroperation befreit Russland seine Regionen von der Besatzung und es muss dem blutigen Versuch des Westens, das ukrainische Brudervolk zu vernichten, ein Ende setzen.
Nikolaj Patruschew: „Wir sind nicht im Krieg mit der Ukraine, weil wir die einfachen Ukrainer per Definition nicht hassen können. Die ukrainischen Traditionen sind den Menschen in Russland nahe, ebenso wie das Erbe des russischen Volkes untrennbar mit der ukrainischen Kultur verbunden ist. Bitte beachten Sie, dass die ukrainische Sprache eine der Amtssprachen auf der Krim ist. In vielen Städten gibt es weiterhin ukrainische Kulturzentren und ukrainische Gesangs- und Tanzgruppen. Im Süden des Fernen Ostens betrachtet eine große Zahl von Bewohnern angesichts des hohen Anteils von Siedlern noch aus der Stolypin-Ära die Kultur des ukrainischen Volkes als die eigene.“
„Die Neonazi-Verbrecher, die in den letzten Jahren in der Ukraine gewütet haben, werden unweigerlich bestraft werden.“
Nikolaj Patruschew
Und je eher die Menschen der Ukraine begreifen, dass der Westen durch ihre Hand mit Russland Krieg führt, desto mehr Menschenleben werden gerettet. Viele sind sich dessen längst bewusst, trauen sich aber aus Angst vor Repressalien nicht, darüber zu sprechen. Zu den Plänen des Westens gehört es nicht, das Leben von Menschen zu Lasten der eigenen Bereicherung und anderer Ambitionen zu retten. Dabei erzeugen die Amerikaner, Briten und andere Europäer oft die Illusion, sie würden die Zivilisation vor der Barbarei schützen.
„Am 24. Februar letzten Jahres nannte Russland die „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine als Ziele der Militäroperation. Sind Sie immer noch zuversichtlich, dass diese Ziele erreicht werden?“
„Die neonazistischen Verbrecher, die in den letzten Jahren in der Ukraine gewütet haben, werden unweigerlich bestraft werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die abscheulichsten von ihnen von ihren Kuratoren gerettet werden, um in anderen Ländern eingesetzt zu werden, auch für die Organisation von Staatsstreichen und subversiven Aufgaben.“
Dieser Plan wurde während der Niederlage von Nazi-Deutschland ausgearbeitet. 1945 berichteten die Amerikaner, die Briten und die von ihnen kontrollierten westdeutschen Behörden über die Entnazifizierung ihrer Besatzungszone in Deutschland, dabei wurden die vor Bestrafung bewahrten Nazis zum Aufbau der deutschen Streitkräfte und des Netzes amerikanischer und britischer Geheimdienste verwendet, auch für verdeckte Operationen gegen die Länder des sozialistischen Lagers.
Die CIA, die bis 1948 den Namen U.S. Office of Strategic Services trug, nutzte in großem Umfang ehemalige Mitarbeiter der Abwehr und des Reichssicherheitshauptamtes, um neue deutsche Nachrichtendienste aufzubauen.
In den Nachkriegsjahren beteiligten die Amerikaner die Nazi-Verbrecher aktiv an der Entwicklung neuer Waffen, einschließlich Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägersysteme. Dasselbe gilt für den Einsatz japanischer Kriegsverbrecher, die chemische und bakteriologische Waffen entwickelt und eingesetzt haben, durch die Amerikaner.
Das vollständige Interview von Patruschew wird am 10. Januar auf aif.ru veröffentlicht.
Ende der Übersetzung
Alles, was Patruschew sagt, kann ich bestätigen. In Russland gibt es keinen Hass auf Ukrainer oder die Ukraine, sondern Mitleid mit den Menschen dort, die sich von ihrer Regierung benutzen lassen, um für die geopolitischen Interessen der USA zu sterben.
Auch was Patruschew über die Krim sagt, entspricht der Wahrheit. Als die Krim vor 2014 unter ukrainischer Herrschaft stand, wurde zum Beispiel die krimtatarische Fakultät der Universität geschlossen und Amtssprache war Ukrainisch. Im ersten Dekret von Präsident Putin nach der Vereinigung der Krim mit Russland wurde unter anderem angeordnet, das neben Russisch auch Ukrainisch und Krimtatarisch sofort offizielle Amtssprachen auf der Krim wurden und es wurde die Wiedereröffnung der krimtatarische Fakultät angeordnet. In den Schulen auf der Krim wird auch auf Ukrainisch und Krimtatarisch unterrichtet, während die Ukraine Russisch im Alltag und erst recht als Unterrichtsfach an Schulen verbietet.
Leider behaupten die westlichen Medien, Russland führe einen Krieg gegen alles Ukrainische, dabei ist das eine dreiste und mit vielen Beispielen leicht widerlegbare Lüge, ich habe hier nur Beispiele angeführt.
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