Um den Ukraine-Konflikt zu verstehen, müssen wir uns zuerst seine Vorgeschichte anschauen. Erst danach gehe ich darauf ein, warum und wie die USA russisch-ukrainischen Verhandlungen über eine friedliche Lösung sabotieren.

Die Vorgeschichte

Der Konflikt begann mit dem Maidan, der ein von den USA unterstützter Putsch, ein Regimechange war. Nach dem Maidan sind nationalistische, ja neonazistische Regierungen in der Ukraine an die Macht gekommen, die einen Krieg gegen die ethnisch russische Bevölkerung im Donbass vom Zaun gebrochen haben. Details dazu können Sie in meinem Buch über die Ukraine-Krise nachlesen, von dem bereits eine ergänzte und überarbeitete Auflage im Druck ist.

Das Minsker Abkommen, das den Weg zum Frieden schon im Jahre 2015 ermöglichen sollte, hat Kiew in keinem Punkt umgesetzt, sondern den Krieg gegen die – angeblich – eigenen Landsleute im Donbass fortgesetzt. Russland hat acht Jahre zähneknirschend, aber geduldig versucht, eine Lösung auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Die russische Geduld ging ihrem Ende entgegen, als auch Deutschland und Frankreich Ende 2021 die Umsetzung des Minsker Abkommens offen abgelehnt haben.

Da die USA die Ukraine immer offensiver in die NATO gezogen und weil die NATO unter dem Deckmantel von Ausbildungsmissionen Militärbasen in der Ukraine errichtet hat, hat Russland im Dezember 2021 ultimativ gegenseitige Sicherheitsgarantien von den USA und der NATO gefordert. Die USA und die NATO haben das Ende Januar abgelehnt. Als der ukrainische Präsident Selensky auf der Münchner Sicherheitskonferenz dann auch noch die Entwicklung eigener Atomwaffen angekündigt hat, war für Russland das Maß voll.

Nur Tage nach Selenskys Ankündigung, eigene Atomwaffen entwickeln zu wollen, hat Präsident Putin die Donbass-Republiken als selbständige Staaten anerkannt und mit ihnen Beistandsverträge geschlossen. Er endete seine Rede an die Nation zu dem Thema mit einer eindringlichen Warnung an Kiew, die Provokationen endlich einzustellen:

„Und von denen, die in Kiew die Macht übernommen haben und halten, fordern wir die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten. Andernfalls wird die Verantwortung für die mögliche Fortsetzung des Blutvergießens ausschließlich auf dem Gewissen des Regimes lasten, das das Gebiet der Ukraine regiert.“

Kiew hat danach den Beschuss des Donbass massiv erhöht, woraufhin Russland am 24. Februar militärisch eingeschritten ist. Aber Russland hat sofort auf Verhandlungen gesetzt und gehofft, dass Kiew den Ernst der Lage nun erkannt hat und zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist. Schon vier Tage nach Beginn der Operation hat Russland seine Truppen ein erstes Mal gestoppt, als es nach dem Beginn von Verhandlungen aussah.

Aber Kiew ist vollständig von den USA abhängig und die haben kein Interesse an Verhandlungen. Warum das so ist und wie die USA die Verhandlungen sabotieren, schauen wir uns nun an.

Die USA sabotieren die Verhandlungen

Russland hat direkt nach Beginn der Operation das Gespräch mit Kiew gesucht, denn für Russland war das militärische Eingreifen die letzte Option, nachdem alle vorherigen Verhandlungsversuche von Kiew und dem Westen abgelehnt worden waren. Russland hatte wahrscheinlich – wenn auch naiv – darauf gehofft, dass Kiew nach einigen Tagen verstehen würde, dass Russland es ernst meint und dass Kiew endlich zu Verhandlungen bereit sein würde.

Aber das Gegenteil ist geschehen. In Kiew treffen noch immer die USA die Entscheidungen, was man daran erkennt, dass Kiew bei den Verhandlungen am 29. März in Istanbul endlich angefangen hat, ernsthaft über Frieden zu verhandeln, danach aber aus den USA keinerlei Rückhalt für Kiews Vorschläge gekommen ist. So hat Kiew seine eigenen Vorschläge inzwischen de facto wieder kassiert.

Der wichtigste Vorschlag Kiews betraf den NATO-Beitritt der Ukraine. Kiew hatte angeboten, dass die Ukraine sich eine Neutralität in die Verfassung schreibt und keinem Militärbündnis beitreten wird. Im Gegenzug hat die Ukraine Sicherheitsgarantien gefordert, die denen des Artikel 5 der NATO entsprechen sollten. Das bedeutet, dass die Garantieländer die Ukraine bei einem Angriff eines anderen Landes militärisch unterstützen. Als mögliche Garantieländer wurden die ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates (also die USA, China, Frankreich, Großbritannien und auch Russland) sowie anderes Länder wie Israel, Deutschland, Polen, Kanada und die Türkei genannt.

Während einige der Staaten, die als Garanten auftrete sollten, zum Beispiel Frankreich und Italien ihre grundsätzliche Bereitschaft dazu gezeigt haben, haben sich die USA dazu immer nur ausweichend geäußert, was im Klartext bedeutet, dass sie diese Lösung ablehnen. Wenn Reporter US-Außenminister Blinke danach fragen, dann ist er sehr ausweichend, was vor einigen Tagen zum Beispiel so klang:

„Wir stehen auf allen Ebenen in ständigem Kontakt mit unseren ukrainischen Partnern und erörtern unter anderem, ob es eine Möglichkeit für eine Verhandlungslösung gibt, <…> was getan werden kann, um sicherzustellen, dass sich so etwas nicht wiederholt, dass die Ukraine sich weiter verteidigen und eine russische Aggression verhindern kann. Ich werde nicht ins Detail gehen, was das beinhalten könnte, aber eine Reihe von Ländern diskutieren genau dies mit der Ukraine“

Eine solche Verhandlungslösung wäre für die USA eine geopolitische Niederlage, denn sie wollen die NATO – und damit den eigenen Machtbereich – weiter ausbauen. Daher verlängern die USA die Kämpfe in der Ukraine lieber, anstatt auf die mögliche NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zu verzichten.

Die USA kämpfen bis zum letzten ukrainischen Soldaten

Die USA haben ganz generell kein Interesse an einem Ende der Kämpfe, denn die geben den USA den Vorwand, immer härtere Sanktionen gegen Russland zu fordern und die anti-russische mediale und politische Kampagne weiter zu steigern. Das ist genau das, was die USA seit Jahren wollen und was sie nun endlich bekommen haben. Den USA kamen die Ereignisse von Butscha daher gerade recht, denn sie haben den Vorwand geliefert, alle Verhandlungen erst einmal abzubrechen und die Sanktionen gegen Russland noch einmal zu verschärfen.

Putin sagte mal, dass die USA „bis zum letzten Blutstropfen des letzten ukrainischen Soldaten“ gegen Russland kämpfen würden. Und genau das ist nun eingetreten, denn die USA liefern massenhaft Waffen, aber setzen keinen einzigen eigenen Soldaten ein. Stattdessen verlängern sie die Kämpfe, bei denen in erster Linie ukrainische Soldaten und Zivilisten sterben.

Für die USA läuft alles nach Plan, denn sie haben Russland eine Zwickmühle gebaut, in der es nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hatte. Und nun haben die USA Russland da, wo sie es haben wollten: Nämlich in einem teuren Stellvertreterkrieg. Das ist für die USA ein altbewährtes Mittel, nur leider verschweigen die westlichen Medien geopolitische Zusammenhänge so sehr, dass sie sogar die Geschichte umschreiben, wie dieses Beispiel zeigt.