Das russische Fernsehen hat in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick auch über ausländische Söldner berichtet, die in russische Gefangenschaft geraten sind. Da sie keine regulären Soldaten der ukrainischen Armee sind, stuft Russland sie nicht als Kriegsgefangene ein. Im Falle eines Prozesses in den Donbass-Republiken droht ihnen eine Verurteilung wegen Mordes und die Todesstrafe, die in Donezk und Lugansk besteht.

Der Korrespondentenbericht aus den USA begann mit diesem Thema, hat sich dann aber natürlich auch mit anderen Themen der politischen Woche in den USA beschäftigt. Da die russischen Berichte aus den USA sich sehr von dem unterscheiden, was man im deutschen Fernsehen zu sehen bekommt, habe ich den Bericht des USA-Korrespondenten des russischen Fernsehens auch dieses Woche übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das russische Verteidigungsministerium hat Statistiken über ausländische Söldner veröffentlicht, die auf ukrainischer Seite kämpfen. Seit Beginn der Militäroperation sind fast 7.000 „Glücksritter“ eingetroffen. Die meisten von ihnen kommen aus Polen, Kanada und den USA: Aus Polen 1.831 Personen, aus Kanada 601 und aus den USA 530. (Anm. d. Übers.: Die vollständige Liste finden Sie hier)

Und entsprechend sterben von ihnen auch am meisten: 378 Polen, 162 Kanadier und 214 US-Amerikaner sind in der Ukraine getötet worden.

Wer in Kriegsgefangenschaft geraten ist, warten auf seinen Prozess. Auf den Status als Kriegsgefangene brauchen sie nicht zu hoffen. Für die Justiz eines jeden Landes sind sie einfach Mörder. Erst diese Woche wurden in der Nähe von Charkow zwei solcher Banditen – Bürger der Vereinigten Staaten – gefasst.

Darüber und über andere Themen berichtet unser Korrespondent aus den USA.

Ihre Verwandten läuten alle Alarmglocken. Tränenreiche Interviews in den Abendnachrichten und Frühstückssendungen. Weinende Mütter, Bräute und Freunde der Familie – sie sagen alle, dass der pensionierte Soldat nicht in die Ukraine gegangen ist, um zu kämpfen.

„Er sagte mir, dass er in Urlaub fahren würde, dass er zwei oder drei Monate weg sein würde. So haben wir am 7. März zum letzten Mal mit ihm gesprochen. Dann erzählte mir meine Schwägerin, dass er in die Ukraine gegangen sei. Wie mir eine zuverlässige Quelle mitteilte, befindet sich das Telefon meines Sohnes jetzt im Einkaufszentrum Fabrika in Cherson. Der Ort wird als Gefangenenlager für Gefangene genutzt, die gegen russische Truppen gekämpft haben. Mein Sohn ist ein Freiwilliger, er ist zur Ausbildung von Soldaten dorthin gegangen“, sagt der Vater eines der Söldner.

Der Mann, den der Vater als „Freiwilligen“ bezeichnet, ist ein US-Marine, der zwanzig Jahre lang gedient hat. Er hat im Winter gekündigt. Grady Kurpasi war bereits dreimal im Irak und in Afghanistan. Ein anderer Gefangener, Alexander Druke, war 12 Jahre bei der US-Armee. Seiner Uniform und seinen Abzeichen nach zu urteilen, ist er ein Militärchemiker.

Bidens einziger Kommentar bestand darin, den Amerikanern zu raten, nicht in die Ukraine zu reisen. Das Weiße Haus erklärte, es werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die Rückkehr der Landsleute zu gewährleisten.

„Söldner – als solche könnte Russland sie ansehen. Es wird für das US-Außenministerium nicht leicht sein, zu sagen: Das sind amerikanische Staatsbürger. Die russische Antwort würde lauten: Was zum Teufel haben sie in der Ukraine gemacht und für sie gekämpft? Das ist eine sehr heikle Situation, und Amerikaner sollten nicht in die Ukraine gehen“, sagt Mark Hertling, ehemaliger Kommandeur der US-Bodentruppen in Europa.

Es ist lohnender, mit fremden – ukrainischen – Händen zu kämpfen, und wenn man amerikanische Waffen in diese Hände gibt, winken exorbitante Gewinne. Das Pentagon hat seit Ende Februar Munition und Ausrüstung im Wert von fast 6,5 Milliarden Dollar an Kiew geliefert. Die lange Liste ist auf der Website des US-Verteidigungsministeriums veröffentlicht. Sie umfasst 50 Millionen Schuss Munition und Zehntausende von Raketen.

„Die Vereinigten Staaten haben mehr als 6.500 Javelins und 20.000 andere Panzerabwehrsysteme geliefert. Insgesamt hat die internationale Gemeinschaft der Ukraine fast 97.000 Panzerabwehrsysteme geliefert. Das sind mehr Panzerabwehrsysteme als es Panzer auf der Welt gibt“, sagte General Mark Milley.

Aber für die Ukraine ist das zu wenig. In Kiew beklagt man sich darüber, dass Washington sehr lange braucht, um die Lend-Lease-Lieferungen auf den Weg zu bringen. Ein Monat ist vergangen, aber es gibt immer noch keine Waffen. Politico macht die Bürokratie im Pentagon für die Verzögerungen verantwortlich. Es dauert sehr lange, bis alles genehmigt ist, und manchmal wird was von der Liste gestrichen. Seit April wurde darüber nachgedacht, der ukrainischen Armee MQ-1C Grey Eagle-Kampfdrohnen zu übergeben, was aber letztlich abgelehnt wurde. Die Generäle in Übersee befürchten, dass die ukrainischen Soldaten mit der hochentwickelten Technik nicht klar kommen.

„Sehen Sie sich die Liste der Waffen an, die die Ukrainer benötigen. Das ist der endgültige Beweis dafür, dass ihnen der Hintern versohlt wird. Wenn die tausend Artilleriegeschütze brauchen, dann haben sie tausend Geschütze verloren. Wenn die 500 Panzer brauchen, dann haben sie bereits 500 Panzer verloren. Das sind die trockenen Fakten. Und es geht um Menschenleben. Jeder zerstörte Panzer bedeutet drei oder vier Tote, jedes Geschütz bedeutet fünf oder sechs Tote. Das bedeutet, dass sie diese Tausenden von Männern verloren haben. Und dann ist da noch die Infanterie, die logistische Probleme hat. Sie haben zugegeben, dass es täglich 200 Tote gibt, aber in Wirklichkeit sind es eher 600 bis 800 Tote pro Tag. An einem Tag sterben 800 Menschen“, sagte der Militäranalyst Scott Ritter.

In den Reden von US-Beamten ist eine andere Stimmung zu hören. Sowohl der Außenminister als auch der Chef des Pentagons versprechen, alle zu besiegen. Verteidigungsminister Austin hat die Schwächung Russlands als Ziel der USA genannt, und Minister Blinken hat ihn dabei unterstützt. Biden war laut NBC News wütend und sagte seinen Untergebenen, dass sie zu weit gegangen seien und mit ihren Worten einen direkten Zusammenstoß zwischen den beiden Mächten verursachen könnten.

„US-Beamte sind zunehmend besorgt darüber, dass der Krieg in der Ukraine an Dynamik verliert, und sie diskutieren im Stillen darüber, ob Präsident Wladimir Selensky seine harte Haltung in der Öffentlichkeit aufweichen sollte, die besagt, dass im Rahmen eines Abkommens zur Beendigung des Krieges kein Teil der Ukraine an Russland abgetreten werden soll“, schreibt NBC.

Auch die einfachen Amerikaner haben das ukrainische Thema satt, wie amerikanische Journalisten feststellen. Die USA haben ihre eigenen Probleme: Inflation und steigende Preise. All das lastet auf den Schultern des ältesten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Aber am Freitag verlässt Biden bereits um 11 Uhr das Weiße Haus, um ins Wochenende zu fahren. Auf dem Weg zum Hubschrauber er von Reportern mit Fragen gelöchert. Die First Lady zieht den Präsidenten am Arm weg und läuft zum Hubschrauber. Davor wurde Willow, die Katze der Familie Biden, an Bord gebracht. So haben sich alle gemeinsam auf den Weg zu einem Wochenende in der Natur, an der frischen Luft und mit dem Fahrrad gemacht.

Biden stürzte grundlos von seinem Fahrrad. Natürlich hätte es dazu weniger scharfe Kommentare gegeben, wenn das Weiße Haus nicht am Vortag verkündet hätte, dass der 79-jährige Präsident sich in zwei Jahren zur Wiederwahl stellen will, am Ende seiner zweiten Amtszeit wäre er 86 Jahre alt.

CNN stellt unangenehme Fragen, die New York Times springt bei. Das sind alles Sprachrohre der Demokraten, die sich bei der Parteispitze umgehört haben, und dort gibt es niemanden, der bereit wäre, Biden im Jahr 2024 zu unterstützen.

Wenn der Hausherr des Weißen Hauses heute gewählt würde und Biden und Trump sich um den Platz bewerben würden, würde Trump gewinnen. Umfragen zeigen, dass jetzt 44 Prozent der Wähler für ihn und 42 Prozent für Biden stimmen würden. Vor einem Jahr lag Biden noch mit 9 Prozent in Führung. Er hat sowohl seinen Vorsprung als auch seine Glaubwürdigkeit verloren. Nur 39 Prozent der Befragten sind mit dem amtierenden Präsidenten zufrieden.

Trump hatte nicht einmal während seiner schlimmsten Tage im Oval Office so niedrige Zahlen. Unter der letzten Regierung war der Benzinpreis vor anderthalb Jahren nur halb so hoch. Die Börsenkurse sind gestiegen, aber jetzt haben sie innerhalb weniger Monate 20 Prozent verloren.

Der durchschnittliche Hypothekenzinssatz liegt jetzt bei 6,2 Prozent. Um den Preisanstieg etwas zu bremsen, hebt die Federal Reserve den Leitzins so stark an, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Aus teuren Staaten wie Kalifornien ziehen die Bewohner in andere Teile des Landes oder verlassen das Land ganz. Einkommensschwache Amerikaner aus den Grenzgebieten zu Mexiko fahren zu ihren Nachbarn, um dort zu tanken. Die Regierung Biden bietet den Fahrern jedoch eine andere, progressive Lösung an.

„Wenn man ein Elektroauto mit Strom auflädt und ein normales Auto mit der gleichen Kapazität betankt, spart man 60 Dollar pro Tankfüllung. Elektroautos sind rentabler, das ist ein sehr überzeugendes Argument“, sagt Jennifer Granholm, die Energieministerin der USA.

„Wir haben eine grobe Gleichgültigkeit, eine arrogante Haltung gegenüber dem Problem der hohen Benzinpreise erlebt: Fahren Sie einfach ein Elektroauto. Sie ist wie eine moderne Version von Marie Antoinette. Nur dass sie statt ‚wenn sie haben kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen‘ sagt, sollen sie doch ein Elektroauto kaufen“, meint die Journalistin Monica Crowley.

Die progressive Regierung verspricht, dass bis 2030 die Hälfte der Neuwagen in den USA elektrisch betrieben werden soll.

Das Weiße Haus macht keine Vorhersagen über die Gender-Zusammensetzung der Gesellschaft, stellt aber klar: je mehr Geschlechter, desto besser. Biden steht für Vielfalt. Seine Pressesprecherin ist lesbisch, der Verkehrsminister ist schwul, der Oberste Militärarzt ist transsexuell. „Dies ist die gleichberechtigste Regierung in der Geschichte, angeführt von Leuten wie Pete Buttigieg und vielen anderen. Ich glaube, wir haben mehr LGBT-Menschen als jede andere Regierung oder alle Regierungen zusammen. Nein, ich mache keine Witze. Ich meine das wirklich ernst“, sagt Biden.

Diese besten aller Menschen mit nicht-traditioneller Orientierung wurden mit einem Empfang im Weißen Haus geehrt. Biden hat ihn anlässlich des Pride Month organisiert. Den ganzen Juni über sind die USA stolz auf ihre Homosexuellen, hissen an allen Ecken Regenbogenflaggen und veranstalten Paraden. Die Kinder stehen ganz vorne dabei. Homosexuelle werden in Schulen, auch in Grundschulen, eingeladen, um mehr über sich selbst zu erzählen.

Dieser Typ mit Hut und in Strumpfhose ist ein schwuler Mann, der sich Panda Dulcey nennt. Er war wegen Kindesmissbrauch angeklagt und wurde nun in eine Schule eingeladen, um seine Geschichte über das Regenbogenleben von LGBT-Menschen zu erzählen. Empörten Aktivisten riefen die Polizei. Doch weder Panda noch die Lehrer wurden von der Polizei befragt. Gegen die Aktivisten wurde ein Verfahren wegen Verängstigung von Kindern und Verbreitung von Hass eingeleitet.

Ende der Übersetzung