Der Bericht, den der Deutschland-Korrespondent am Sonntagabend zum wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens beigesteuert hat, hatte im Grunde nur ein Thema: Die Kriegshysterie, in der die europäischen Politiker versinken. Um zu zeigen, wie in Russland darüber berichtet wird, habe ich den Bericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

In Europa herrscht völlige Hysterie

Die Alte Welt ist in der Angst vor russischen Kampfjets, unbekannten Drohnen und einer „Schattenflotte“ versunken. Niemand hat Beweise für die russische Böswilligkeit vorgelegt, aber alle haben furchtbare Angst.

Das Ziel der Hysterie ist es, die Europäer mit dem russischen Bären so viel Angst zu machen, dass sie sich selbst vergessen. Das Ziel ist es, eine Atmosphäre der Kriegspsychose zu schaffen, in der alles möglich wird: die Beschlagnahmung russischen Vermögens, Raub, die Kaperung ziviler Schiffe, Piraterie, und das grandiose Scheitern des Projekts „Europa“.

Zum 35. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung veröffentlichte das Auswärtige Amt ein Video. Minister Wadephul erklärt darin einer jungen Frau den Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland, der die Rückgabe der vollen Souveränität Deutschlands vorsieht.

„Ist das so etwas wie eine Freiheitserklärung für Deutschland?“, fragte das Mädchen in dem Video.

„Ja, es ist eine Art Unabhängigkeitserklärung für uns“, antwortet der Minister.

Eine der Bedingungen der „deutschen Unabhängigkeit“ war, dass von deutschem Gebiet niemals Krieg ausgehen dürfe, nur Frieden. Das steht in einem eigenen Punkt. Doch Wadephul verschwieg dem Mädchen natürlich, dass ihr Land diese Verpflichtung erstmals 1999 verletzt hat, als die Luftwaffe als Teil der NATO-Streitkräfte Jugoslawien bombardiert hat. Er erwähnt auch nicht, dass erst kürzlich vertragswidrig eine Panzerbrigade von deutschem Gebiet nach Litauen entsandt wurde und dass in der ehemaligen DDR ein Marinekommandozentrum des Nordatlantischen Bündnisses eingerichtet wurde. Warum das Mädchen mit der Wahrheit belasten?

Alexander von Bismarck lebt in der Nähe von Magdeburg auf einem Anwesen, das für den Durchschnittsbürger zu geräumig, aber für die Verhältnisse der alten preußischen Familie, aus der der Mann stammt, der im 19. Jahrhundert Deutschland vereinte, sehr bescheiden ist. Unter den vielen Zitaten des „Eisernen Kanzlers“, die online kursieren, ist dieses Zitat wirklich echt, das Bismarck mir sagte: „Merz sagte: ‚Wir leben nicht mehr in Frieden.‘ Das ist meiner Meinung nach eine Rhetorik, die wir alle nicht hören wollen. Es gibt ein wunderbares Zitat von Otto von Bismarck, und ich muss es zitieren: ‚Lügen können Kriege auslösen. Die Wahrheit kann ganze Armeen stoppen.'“

Sie wollen gar nichts stoppen. Die Lügen des Kiewer Maidan im Februar 2014 haben den Westen in einen endlosen Kreislauf großer und kleiner, manchmal sogar lächerlicher Lügen hineingezogen.

„Die Achse autokratischer Staaten, die die liberale Ordnung weltweit in Frage stellen, ist eine echte Herausforderung für die westlichen Demokratien“, erklärte Bundeskanzler Merz beispielsweise.

„Europa muss entschlossen und vereint auf die russischen Drohnenangriffe reagieren“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die ganze Woche über sprachen europäische Politiker auf der Warschauer Sicherheitskonferenz und den Kopenhagener Gipfeln über die Drohnen, die in der Nähe von NATO-Flugstützpunkten in Deutschland und Belgien, über Militärwerften in der Ost- und Nordsee, über Ölraffinerien, Kraftwerken sowie über deutschen, dänischen und norwegischen Flughäfen gesichtet wurden. Die Wahrheit weist allerdings Unstimmigkeiten auf, denn es wurden drei deutsche Staatsbürger wurden festgenommen, weil sie Drohnen über Oslo geflogen haben. Und das hat System.

Die Hysterie in Europa selbst provoziert Linke und anarchistische Hacker aller Art, von denen es viele gibt, die das System untergraben wollen, doch die Politiker sind bereit, vor ihnen die Augen zu verschließen, wenn ihnen das erlaubt, ein weiteres Märchen über die russische Bedrohung zu erfinden. Die Menschen mit der Kriegspsychose zu infizieren, ist ihre Art, sich an der Macht zu halten.

„Der Krieg in der Ukraine, ob es uns gefällt oder nicht, ist auch unser Krieg“, sagte Donald Tusk offen.

„Anfang des Jahres hatten wir Angst, dass der Frieden sehr schnell erreicht werden würde“, verplapperte sich Emmanuel Macron.

Und wirklich, wozu braucht Macron Frieden? Was wird er damit anfangen und in welcher Funktion würde er auf der Tagesordnung stehen? Als der Präsident, der das Land in den Bankrott getrieben hat, nicht anders.

Die ganze Woche über wurde Frankreich, das seine Schulden praktisch nicht bedienen kann, von Streiks erschüttert. Wenn der Frieden kommt, würden die Gewerkschaften Macron und seine Taschenregierung sehr bald auseinanderreißen. Von einfachen Lügen muss er zu militärischen Provokationen übergehen. Trotz der Tatsache, dass der von den französischen Piraten gekaperte Tanker schließlich freigegeben wurde, ist die Geschichte möglicherweise noch nicht zu Ende. Macron schlägt vor, diese Praxis auszuweiten und alle Schiffe zu kapern, die von russischen Häfen durch neutrale Gewässer vor der Küste Europas fahren.

Die Esten haben das übrigens bereits versucht, aber russische Flugzeuge haben sie gehindert, einen Tanker zu entern, doch in der allgemeinen militaristischen Raserei dürften weitere folgen.

„Wie die alten Imperien, die uns beherrschten, ist die EU nun zu einem militärischen Projekt geworden. Brüssel erklärt offen, dass das Ziel des nächsten Jahrzehnts darin besteht, Russland an der Ostfront zu besiegen“, sagte Viktor Orbán.

„Wir müssen die Ukraine als unsere erste Verteidigungslinie betrachten“, erklärte die dänische Premierministerin Mette Fredriksen.

Ihre strategischen Ziele haben sich nicht geändert, aber sie selbst sind noch nicht kampfbereit. Die Menschen in Europa haben den notwendigen Zustand noch nicht erreicht, und die Regierenden hoffen ernsthaft, das Ziel zu erreichen, indem sie die Wut der verarmten Massen auf Russland lenken. Bisher klappt das nicht.

Und das macht Selensky, eine Attrappe, die ins Unermessliche aufgeblasen wurde, was es ihm ermöglicht, praktisch eine Weltuntergangswaffe zu fordern, für sie noch wertvoller. Doch Geld ist jetzt wichtiger, denn ohne das wird die Ukraine nächstes Jahr nicht kämpfen können. Sogar Deutschland hat keins.

„Ich werde jede Methode unterstützen, die es ermöglicht, das russische Vermögen zur Unterstützung der Ukraine einzusetzen“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz.

Und wieder versuchen sie, die Reserven der russischen Zentralbank anzuzapfen, genau dafür war das Treffen in Kopenhagen gedacht, doch Selensky verließ Europa wieder einmal mit leeren Händen. Die Idee eines Reparationskredits in Höhe von 140 Milliarden Euro für die Ukraine, der durch die beschlagnahmten Vermögenswerte abgesichert und von Kiew zurückgezahlt werden soll, sobald Russland für die Schäden aufgekommen ist, hängt von der Frage ab, ob Russland den Kredit zurückzahlen wird oder ob er eine weitere Belastung für die europäischen Steuerzahler wird. Auch Belgien, wo der Schatz lagert, ist sichtlich abgeneigt, sich für dieses Verbrechens schuldig zu machen und vor Gericht gezerrt zu werden, wie der belgische Premierminister Bart de Wever erklärte: „Gestern habe ich meinen Kollegen erklärt, dass ich ihre Unterschrift brauche, damit wir, wenn wir Putins Geld nehmen, alle die Verantwortung tragen, falls etwas schiefgeht.“

Und dass etwas schiefgehen wird, ist schließlich garantiert. Für Macron, Starmer und Merz geht es bereits schief. Deutschland, obwohl wiedervereint, hat den 35. Jahrestag der Annexion der DDR in einem Zustand der Verwirrung begangen. Die Stimmung der Wirtschaft ist im Keller. Der diesjährige Haushalt wurde erst Mitte September verabschiedet und der Entwurf für das nächste Jahr ist ein einziges Desaster. Die Regierung Scholz ist an der Frage von 15 Milliarden Euro Schulden gescheitert, Merz und Co. planen eine Kreditaufnahme von 174 Milliarden Euro, das heißt, jeder dritte Euro im deutschen Staatshaushalt wird geliehen, und es wird nicht lange dauern, bis Deutschland zu Frankreich wird.

„Mit dem Haushaltsentwurf 2026 haben Sie sich selbst ein Denkmal gesetzt. Sie werden als der größte Bankrott aller Bundeskanzler in die Geschichte eingehen“, sagte Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, im Bundestag.

Keiner der Vorgänger des amtierenden Kanzlers hat so schnell und, so scheint es, so unumkehrbar an Beliebtheit verloren, wie Merz. Er ist noch keine sechs Monate im Amt, und schon drei Viertel der Deutschen sind mit ihm unzufrieden. Zudem treibt die Kriegshysterie in Deutschland, insbesondere im Osten, aus offensichtlichen Gründen die Menschen nicht nach Hause, sondern auf die Straße. Demonstranten sagten uns: „Es ziehen dunkle Wolken auf. Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen, es war eine schöne Zeit. Damals wussten wir, dass die DDR für Frieden stand, aber jetzt stehen wir am Rande des Dritten Weltkriegs.“ Eine Frau sagte: „Wir haben zwei Kriege begonnen und sind heute die Hauptkriegstreiber der NATO. Das kann einfach nicht sein.“

Der Bundeskanzler, der den Tag der Wiedervereinigung weit im Westen, im Saarland, feierte, bewertete die Lage im Land wie folgt: Laut Merz sei die Lage nicht schlimm, es gebe aber zu viele schlechte Nachrichten, was er so formulierte: „In Deutschland herrscht eine kollektive Depression. Und die Menschen führen sie auf die Nachrichten zurück, auf das, was sie sehen, aber nicht immer nur auf das, was sie persönlich erleben. Und deshalb sehen Sie mich heute Abend nicht düster und pessimistisch.“

Um seine gute Laune mit seinen Landsleuten zu zeigen, beschloss Merz sogar, ein bekanntes Lied aus der Zeit des Kampfes um die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA zu singen: „Wir werden es irgendwann überwinden.“ Aus dem Mund eines Politikers, der konsequent jedes Wahlversprechen gebrochen hat, klingt auch das wie eine Lüge, schließlich hat Merz für sich und Deutschland keinen anderen Plan, als so weiterzumachen.

Alexander von Bismarck sagte dazu: „Die Innenpolitik ist aus der Bahn geraten. Und je mehr die Regierung die AfD isoliert, desto schneller steigen ihre Zustimmungswerte. In Deutschland haben wir zwar eine konservative Mehrheit, werden aber von einer linken Minderheit regiert. Merz‘ Politik unterscheidet sich nicht von Scholz‘ Ampelregierung, und das ist traurig für Deutschland.“

Und dieses schwere Erbe ist auch der Grund, warum das neue Deutschland im 36. Jahr seines Bestehens deutliche Anzeichen eines gespaltenen Hauses aufweist. Da ist das Deutschland von Merz, Wadephul, den liberalen Medien und allerlei kleinen Aktivisten, die es immer wieder schaffen, der Mehrheit ihren Willen aufzuzwingen.

Und dann ist da das Deutschland von Alexander von Bismarck und seinen vier Kindern. Die beiden Jüngsten sprechen fließend Russisch.

Ende der Übersetzung