Weitere Erklärung Putins: „Wagner wurde vollständig vom russischen Staat finanziert“
Der russische Präsident Putin hat in einer weiteren Erklärung über den Wagner-Putsch und die Finanzierung von Wagner gesprochen. Anscheinend wird eine Überprüfung der Finanzen von Wagner stattfinden.
Auch am Dienstag hat Putin wieder Erklärungen über den Wagner-Putsch abgegeben. Dabei sprach er auch die Finanzierung von Wagner an. Ich deute seine Worte so, dass nun eine sehr genaue Überprüfung der Finanzen von Wagner ansteht, weil der russische Staat – nach Putins Angaben – die Wagner-Gruppe komplett finanziert hat und nun die Frage im Raum steht, ob dabei Geld veruntreut wurde. Ich zitiere hier die kurze Rede, die Putin im Kreml vor Soldaten des Verteidigungsministeriums gehalten hat.
Beginn der Übersetzung:
Sehr geehrte Kameraden!
Sie haben es wahrscheinlich mitbekommen oder vielleicht hiergehört: Ich habe mich soeben auf dem Kathedralenplatz des Kremls mit Angehörigen des Verteidigungsministeriums, der Föderalen Schutztruppe, der Spezialkräfte, des FSB und des Innenministeriums getroffen und ihnen für ihre Vorbereitungen zur Abwehr des bewaffneten Aufstands gedankt.
Aber Sie – Sie und Ihre Kameraden – haben dabei sicherlich eine besondere Rolle gespielt. Und dafür möchte ich Ihnen besonders danken.
Ich möchte, dass wir alle verstehen, was geschehen ist und was geschehen wäre, wenn Sie nicht getan hätten, was Sie getan haben, wenn Sie nicht Ihre militärische Pflicht erfüllt und Ihre Loyalität gegenüber Ihrem Eid und dem russischen Volk gezeigt hätten.
Wie immer in solchen Fällen geschieht überall das Gleiche: Auf bewaffnete Aufstände folgen totales Chaos und Bürgerkrieg. Genau das haben Sie verhindert. Das war Ihre Aufgabe. Und dafür möchte ich Ihnen als Oberbefehlshaber danken. Ich möchte mich klar ausdrücken, damit deutlich wird, worum es ging und worüber ich jetzt spreche.
Leider mussten Sie unter sehr schwierigen Bedingungen arbeiten, um zivile Opfer zu vermeiden, denn Sie mussten auf stark befahrenen Autobahnen arbeiten.
Und was noch bedauerlicher ist, ist die Tatsache, dass wir Verluste zu beklagen haben. Das sind natürlich Verluste im Kampf, anders kann man es nicht sagen. Unsere Kameraden sind bei der Verteidigung des Vaterlandes gestorben. Ich sage das ohne jedes Pathos und ohne Übertreibung. Ich möchte noch einmal betonen: Chaos im Land wäre unvermeidlich gewesen, und der Gegner hätte das natürlich ausgenutzt.
Das versucht er ohnehin – ich werde gleich mehr dazu sagen – aber es funktioniert nicht und ich hoffe, es wird nicht funktionieren, ich bin mir dessen sogar sicher. Aber sicher hätte er das ausgenutzt. Niemand weiß, was am Ende aus dem Land geworden wäre, aber all die Erfolge, die während des Krieges gemacht wurden, jedenfalls viele, wären verloren gegangen. Und das haben Sie nicht zugelassen.
Es besteht kein Zweifel, das habe ich dem Verteidigungsminister bereits gesagt, dass wir alles tun werden, um die Familien unserer gefallenen Kameraden zu unterstützen.
Was diese Wagner-Gruppe betrifft. Sie wissen: Wir haben die Kämpfer und Kommandeure dieser Gruppe immer mit großem Respekt behandelt, weil sie wirklich Mut und Heldentum bewiesen haben. Unsere Soldaten und Offiziere der russischen Armee, die Freiwilligen, die unter Kampfbedingungen mit nicht weniger Hingabe arbeiteten, haben ebenfalls Heldentum und Selbstaufopferung gezeigt. Aber auch diejenigen, die in dieser Kompanie dienten und arbeiteten, bei Wagner, waren im Lande geachtet.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, und ich möchte, dass wir uns alle auch dessen bewusst sind: Der Unterhalt der gesamten Wagner-Gruppe wurde vollständig vom Staat finanziert – aus dem Verteidigungsministerium, aus dem Staatshaushalt haben wir diese Gruppe vollständig finanziert.
Allein zwischen Mai 2022 und Mai 2023 zahlte der Staat an Wagner 86,262 Milliarden Rubel (etwa eine Milliarde Euro) für Unterhalts und Anreize. Davon waren 70,384 Milliaren für den Unterhalt und 15,877 Milliarden für Anreize. Die Versicherungsauszahlungen beliefen sich auf 110,179 Milliarden.
Dabei bekam der Eigentümer, die Firma Concorde – obwohl der Unterhalt von Wagner selbst auf den Schultern des Staates lag – im Laufe des Jahres durch die Firma (des russischen Verteidigungsministeriums) Voentorg 80 Milliarden Rubel vom Staat durch die Lieferung von Lebensmitteln und Verpflegungsdienstleistungen an die Armee. Der Unterhalt wurde vollständig vom Staat übernommen, und ein Teil dieser ganzen Gruppe, dieser Firma Concorde, verdiente in der Zeit 80 Milliarden Rubel. Aber ich hoffe, dass niemand etwas gestohlen hat oder, sagen wir, weniger gestohlen hat, aber natürlich werden wir uns mit all dem befassen.
Als ich von der Arbeit im Kampf gesprochen habe, wollte ich auch Folgendes sagen. Hier sitzen Kampfpiloten, die viel dafür getan haben, dass unsere Arbeit im Kampf auf dem nötigen Niveau durchgeführt wird.
Nun habe ich soeben genauere Informationen erhalten: Seit dem 4. Juni, also seit Beginn der sogenannten Gegenoffensive, hat der Feind 259 Panzer und 780 gepanzerte Fahrzeuge verloren. Allein in den letzten sieben Tagen hat der Feind bei Orechovo, was der Feind als Hauptangriffsrichtung betrachtet, 280 Fahrzeuge verloren, davon 41 Panzer und 102 gepanzerte Fahrzeuge.
Das ist zum großen Teil das Ergebnis Ihrer Arbeit und der Arbeit Ihrer Kameraden. Und dafür sage ich natürlich auch besondere Worte des Dankes.
Selbstverständlich, ich habe den Verteidigungsminister bereits angewiesen, werden die Verdienste all derer, die an diesem Teil des Kampfeinsatzes beteiligt waren, vom Staat anerkannt. Ich meine hier staatliche Auszeichnungen.
Ich habe es dem Minister gesagt und möchte es noch einmal wiederholen: Das Rückgrat der Führung der Streitkräfte, zu dem natürlich auch die Luftwaffe gehört, muss in naher Zukunft und auf lange Sicht aus denen gebildet werden, die sich im Kampf entsprechend bewährt haben.
Ich möchte hier zum Schluss kommen. Ich möchte Ihnen noch einmal für das danken, was Sie für Russland, für unser Land und für unser Volk getan haben.
Ende der Übersetzung