Der Westen hat 2020 versucht, Lukaschenko wegzuputschen und derzeit zieht die NATO immer Militär an der Grenze zu Weißrussland zusammen. In Weißrussland warnt der Generalstab offen vor einem möglichen Angriff durch die NATO. Ob das berechtigt ist oder nicht, sei dahingestellt, Fakt ist, dass das in Minsk (und Moskau) so gesehen wird. Das sollte man bei der NATO berücksichtigen.

Vor einiger Zeit haben Lukaschenko und Putin bereits angekündigt, dass russische taktische Atomwaffen wieder in Weißrussland stationiert werden. Medien, wie der Spiegel haben behauptet, das sei auf Moskaus Wunsch geschehen und es als Zeichen dafür gewertet, dass Weißrussland nur eine russische Marionette ist. Warum das nicht nur Unsinn ist, sondern warum der Spiegel-Artikel ganz nebenbei (ungewollt) aufgezeigt hat, dass Deutschland eine Marionette der USA ist, können Sie hier nachlesen.

Nun hat sich der weißrussische Präsident zur Stationierung der russischen Atomwaffen geäußert und ich habe die TASS-Meldung darüber übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Lukaschenko versprach, im Falle einer Aggression gegen Weißrussland Atomwaffen einzusetzen

Lukaschenko sagte, die Stationierung von taktischen Kernwaffen sei seine Bitte und Forderung an Russland gewesen

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte, dass er im Falle einer Aggression gegen die Republik nicht zögern würde, Atomwaffen einzusetzen.

„Ich halte es für unwahrscheinlich, dass irgendjemand mit einem Land in den Krieg ziehen will, das über solche Waffen verfügt. Dies ist eine Waffe der Abschreckung“, sagte Lukaschenko, zitiert von der Nachrichtenagentur BelTA. „Gott bewahre mich davor, in der heutigen Zeit eine Entscheidung über den Einsatz dieser Waffen treffen zu müssen. Aber es wird kein Zögern geben, falls es eine Aggression gegen uns gibt.“

Zu den Gründen für die Entscheidung, russische taktische Kernwaffen in Weißrussland zu stationieren, sagte der Präsident: „Warum ist das notwendig? Damit kein einziger Fuß von irgendwelchen Bastarden jemals wieder weißrussischen Boden betreten kann“.

Lukaschenko sagte, es könne nur einen Grund für den Einsatz solcher Waffen geben – eine Aggression gegen Weißrussland. „Die Antwort wird sofort folgen. Das habe ich bereits mehrmals gesagt“, fügte der weißrussische Staatschef hinzu. Allerdings, so Lukaschenko, möchte er Situationen vermeiden, in denen sie eingesetzt werden müssten.

Entscheidung zur Stationierung von taktischen Kernwaffen

Der weißrussische Präsident erklärte, dass die Stationierung taktischer Kernwaffen in Weißrussland keine Erpressung durch Russland gewesen sei, sondern eine dringliche Forderung an Moskau.

„Russland verfolgt keine Ziele [mit der Stationierung von taktischen Kernwaffen in Weißrussland]. Es geht nicht um Russland“, sagte Lukaschenko gegenüber Reportern und bezog sich dabei auf die Version der westlichen Medien, wonach Russland die Stationierung von taktischen Kernwaffen in der Republik anlässlich des NATO-Gipfels am 11. und 12. Juli in Vilnius anstrebt und dass diese Aktionen als Versuch einer nuklearen Erpressung interpretiert werden.

Lukaschenko erklärte, dass die Stationierung von Kernwaffen in Weißrussland seine Bitte und Forderung an die Russische Föderation war, die Sicherheit zu gewährleisten. „Zuerst habe ich [den russischen Präsidenten Wladimir] Putin gebeten. Dann habe ich freundlich gefordert, gib mir diese Waffen [taktische Kernwaffen] erstmal zurück. Die reichen mir.“

Lukaschenko sagte auch, dass er bisher keine Notwendigkeit sieht, strategische Kernwaffen in der Republik zu stationieren, aber Standorte für sie werden vorbereitet. „Wozu brauche ich strategische Waffen, wie die Topols? Allerdings bereiten wir jetzt auch Standorte für diese Waffen vor. Sie sind alle „gesund und munter“, bis auf einer. Wenn es nötig ist, werden wir also jederzeit eine Entscheidung treffen“, sagte er. „Aber die Topol ist eine Interkontinentalrakete. Ziehe ich in den Krieg mit Amerika? Nein. Deshalb reicht mir diese [taktische] Waffe im Moment aus.“

Lukaschenko betonte, dass die Stationierung von taktischen Kernwaffen seine Initiative sei und „nicht von Russland diktiert“ werde. „Warum? Weil niemand auf der Welt jemals einen Krieg mit einer Atommacht geführt hat, wie Sie alle sagen. Und ich will nicht, dass jemand gegen uns Krieg führt. Gibt es eine solche Bedrohung? Ja, die gibt es. Ich muss diese Bedrohung abwenden“, erklärte der Präsident.

Alles sei bereit, um taktische Kernwaffen aus der Russischen Föderation zu erhalten, in ein paar Tagen werde Minsk haben, was es verlange, fügte Lukaschenko hinzu. „Alles ist bereit. Ich denke, in ein paar Tagen werden wir das haben, worum wir gebeten haben. Und sogar noch ein bisschen mehr“, zitierte BelTA Lukaschenko. Ihm zufolge sind die für die Lagerung solcher Waffen geschaffenen Bedingungen von der Strenge der Anforderungen her mit dem Operationssaal eines Krankenhauses vergleichbar, die weißrussische Seite hat alle Anforderungen erfüllt und die Russen waren sogar überrascht. „Sie sagen: Ist das möglich? Ja, es ist möglich“, bemerkte der Präsident. „Wir haben alles vorbereitet und setzen das Programm um, das wir mit dem russischen Präsidenten abgesprochen haben“.

Lukaschenko wies darauf hin, dass einer seiner ersten Vorschläge an die Russen darin bestand, mehrere weißrussische „Polonäsen“ mit Nuklearsprengköpfen auszurüsten, was sich jedoch als unnötig kompliziert erwies, so dass man sich entschloss, taktische Kernwaffen zu übergeben, nachdem man zuvor Lagerstätten vorbereitet hatte.

Zur Stationierung von Kernwaffen

Am 25. März erklärte Putin, dass Russland auf Ersuchen von Weißrussland seine taktischen Kernwaffen in der Republik stationieren werde, so wie es die USA seit langem auf dem Gebiet ihrer Verbündeten tun. Nach Angaben des russischen Staatschefs soll der Bau eines Lagers für taktische Kernwaffen auf dem Territorium von Weißrussland am 1. Juli abgeschlossen sein.

Moskau hat Minsk bereits das Raketensystem Iskander übergeben, das als Träger für Kernwaffen dienen kann, und Unterstützung bei der Umrüstung weißrussischer Flugzeuge geleistet, um den Einsatz von spezieller Sprengköpfe zu ermöglichen.

Bei einem Treffen mit seinem weißrussischen Amtskollegen Lukaschenko am 9. Juni in Sotschi erklärte Putin, dass die Stationierung russischer Kernwaffen in Weißrussland beginnen werde, sobald die Anlagen dafür am 7. und 8. Juli fertiggestellt seien.

Ende der Übersetzung