Wie der Spiegel, um Selensky zu schützen, Nazi-Kriegsverbrecher schönredet
In der Ukraine werden Nazi-Kriegsverbrecher, die im Zweiten Weltkrieg unter anderem ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, als Nationalhelden verehrt, was in Polen für heftige Reaktionen sorgt. Der Spiegel berichtet mit fast drei Wochen Verspätung und verschweigt die wichtigsten Fakten.
Manche Themen sind für deutsche Medien offensichtlich schwierig, denn anders lässt sich nicht erklären, warum der Spiegel fast drei Wochen brauchte, um seinen Lesern über die Krise im polnisch-ukrainischen Verhältnis zu berichten. Allerdings berichtet der Spiegel ausgesprochen unvollständig, denn den wichtigsten Grund für den Streit, nämlich dass die Ukraine die sterblichen Überreste von in Deutschland begrabenen ukrainischen Kriegsverbrechern, die unter anderen ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, nach Kiew überführt und dort am 25. Mai bei einem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beerdigt hat, verschweigt der Spiegel kurzerhand.
Auch der Bundesregierung ist das offensichtlich peinlich, denn auf das Thema angesprochen haben die Regierungssprecher geantwortet, davon sei ihnen nichts bekannt. Das ist schon deshalb merkwürdig, weil der Vorfall in Polen zu großem Ärger geführt hat, was das deutsche Außenministerium ja eigentlich wissen müsste. Aber die Regierungssprecher haben sich dumm gestellt.
Die Verärgerung in Polen ist so groß, dass man Selensky den höchsten polnischen Orden, der ihm einst verliehen wurde, aberkennen will und dass der stellvertretende Parlamentspräsident Selensky als in Polen unerwünschte Person bezeichnet hat, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das hat auch tatsächliche Folgen, denn zu seinem Besuch in London Anfang der Woche ist Selensky nicht, wie üblich, über Polen gereist, sondern über Moldawien, wo ihn sein Regierungsflieger, der in Polen steht, abholen musste.
Der Spiegel brauchte fast drei Wochen, um seinen Lesern zumindest irgendetwas über die Vorgänge zu berichten. Diese Aufgabe hat Christian Esch übernommen, der Stammlesern des Anti-Spiegel wohlbekannt ist. Früher war er Büroleiter des Spiegel in Moskau und er ist für seinen irregeleiteten moralischen Kompass bekannt, weil er einerseits radikale russische Rassisten verteidigt (wenn sie nur gegen Putin sind) und andererseits die Rassegesetze in der Ukraine als „Gesetz zum Schutz von Minderheiten“ bezeichnet hat – eine Idee, auf die nicht einmal die Nazis gekommen wären. Aber Herr Esch ist eben sehr kreativ, wie wir gerade erst anhand einer Spiegel-Titelstory erleben durften, in der er ein Heldenepos über ukrainische Korruptionäre geschrieben, aber „vergessen“ hat, deren Korruption zu erwähnen.
Auch bei dem aktuellen Thema der Nazi-Verehrung in der Ukraine und der polnischen Verärgerung darüber durfte Herr Esch wieder seine ganze Kreativität zeigen und Nazis verteidigen. Wie Esch das gemacht hat, schauen wir uns nun an. Eines schicke ich schon mal vorweg: Das Staatsbegräbnis für den Nazi-Kriegsverbrecher, der in Kiew mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beigesetzt wurde, erwähnt Esch gar nicht, er berichtet stattdessen über weniger eindrucksvolle Details des Streits zwischen Polen und der Ukraine.
Nazi-Massenmörder sind für den Spiegel „Partisanen“
Der Artikel von Esch erschien unter der Überschrift „Kyjiws historischer Fehltritt – Selenskyj ehrt Partisanen des Zweiten Weltkriegs. In Polen gelten diese Kämpfer als Massenmörder“ und begann mit folgender Frage als Einleitung:
„Das polnisch-ukrainische Verhältnis ist im Jahr fünf des russischen Angriffskrieges an einem Tiefpunkt angelangt. Wie konnte es so weit kommen?“
Schon die Überschrift des Artikels zeigt, wie sehr Herr Esch sich im Namen des Spiegel bemüht, Nazi-Massenmörder zu schützen, indem er sie als „Partisanen“ bezeichnet und verharmlosend von einem „Fehltritt“ Kiews spricht. Würde der Spiegel, wenn beispielsweise ein AfD-Mitglied am Grab von Nazi-Kriegsverbrechern Blumen niederlegen würde, auch von einem „Fehltritt“ sprechen? Oder wäre die Tonlage beim Spiegel dann eventuell etwas schriller?
Selensky um jeden Preis beschützen
Artikel von Esch zeichnen sich generell dadurch aus, dass er Selensky um jeden Preis in Schutz nimmt. Das war schon beim Korruptionsskandal Minditsch-Gate so, als Esch zwar über die Korruption in Selenskys engstem Umfeld berichtet, aber darauf bestanden hat, dass Selensky von all dem nichts wisse und dass „kaum jemand“ in der Ukraine „glaubt, dass er sich persönlich an Geldern der Atomwirtschaft bereichern wollte, der Präsident lebt ganz im Krieg und für die Verteidigung“.
Seiner Linie, Selensky um jeden Preis in Schutz zu nehmen, bleibt Esch auch dieses Mal treu, denn er beginnt seinen Artikel wie folgt:
„Wolodymyr Selenskyj hat – offenbar ohne es zu ahnen – das Verhältnis zum Nachbarn Polen ruiniert. Anfang Mai feiert er mit seiner Armeeführung den zehnten Jahrestag der Spezialkräfte. Es ist ein Anlass, den der Präsident im Jahr fünf des Krieges mit einer gewissen Routine absolviert: Selenskyj verteilt Orden, lobt den Mut der Elitetruppen, überreicht eine neue Fahne. Und dann gibt er dem Spezialkommando »Nord« einen Ehrentitel: Es erhält den Namenszusatz »Helden der UPA«.“
Dass Selensky nicht geahnt hat, was es im Verhältnis zu Polen anrichtet, wenn er einer Eliteeinheit als Ehrentitel den Namen der Organisation gegeben hat, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an hunderttausend Polen (und zehntausenden Weißrussen und auch Ukrainern) veranstaltet hat, ist purer Unsinn, denn das Thema des Massakers an den Polen und der Verehrung der ukrainischen Nazi-Kriegsverbrecher als Nationalhelden der heutigen Ukraine sorgt schon lange für Ärger zwischen Warschau und Kiew. Selensky wusste ganz genau was er tat, ihm war die polnische Reaktion schlicht egal, weil die EU und die meisten EU-Staaten ihn trotz allem weiter unterstützen, wie die Nicht-Reaktion der Bundesregierung eindrücklich gezeigt hat.
Ein „Partisanenheer“
Im darauf folgenden Absatz erklärt Esch den Spiegel-Lesern, was die UPA angeblich war:
„Die Abkürzung steht für »Ukrainische Aufständische Armee« und soll an jenes Partisanenheer der westukrainischen Nationalisten erinnern, das im Zweiten Weltkrieg für einen eigenständigen ukrainischen Staat und gegen die sowjetische Armee gekämpft hat. Doch: Von 1943 an töteten UPA-Kämpfer bis zu hunderttausend polnische Zivilisten in der heutigen Westukraine – eine Bluttat, die sich als »Wolhynien-Massaker« in das polnische Gedächtnis eingebrannt hat und umgekehrt polnische Verbrechen an ukrainischen Zivilisten zur Folge hatte.“
Dass die UPA an der Seite der Nazis gekämpft hat und dass sich die SS-Division Galizien aus ihren Mitgliedern gebildet hat, verschweigt Esch den Spiegel-Lesern. Stattdessen verbreitet er die Kiewer Heldensaga der UPA als „Freiheitskämpfer“, die „für einen eigenständigen ukrainischen Staat und gegen die sowjetische Armee gekämpft“ hätten. Das klingt für Spiegel-Leser positiv, während die Wahrheit, nämlich dass diese Leute der Grundstein der für ihre brutalen Kriegsverbrechen bekannten SS-Division Galizien waren, für Spiegel-Leser ausgesprochen unappetitlich klingt, weshalb Herr Esch seine Leser mit diesen Details lieber nicht behelligt.
Generell überrascht es mich immer wieder, wie Leser deutscher Medien es schaffen, ihr Gehirn bei der Lektüre vollständig abzuschalten, denn würden Spiegel-Leser beim Lesen mitdenken, müssten sie sich ja fragen, an wessen Seite “jenes Partisanenheer der westukrainischen Nationalisten im Zweiten Weltkrieg für einen eigenständigen ukrainischen Staat und gegen die sowjetische Armee gekämpft hat”. Dann würden sie nämlich selbst verstehen, dass es sich dabei um Nazi-Kollaborateure gehandelt hat. Aber offensichtlich sind die Leser deutscher Medien reine Konsumenten, die über das Gelesene überhaupt nicht nachdenken.
Danach berichtet Esch in seinem Artikel, dass „zum schwersten Zerwürfnis“ zwischen Warschau und Kiew „seit Beginn des Krieges geführt“ habe.
Die Suche nach einer ukrainischen Identität
Ein Absatz in Eschs Artikel könnte fast schon von russischen Autoren stammen, denn darin gesteht Esch ein, dass die Ukraine im Grunde gar kein eigenständiger Staat ist. Die Ukraine gab es in der Geschichte nie als Staat, weshalb sie sich mangels einer eigenen Identität künstlich eine Identität schaffen musste. Und zu einer nationalen Identität gehören zwangsläufig nun einmal auch Nationalhelden.
Da die heutige Ukraine aber ihre wahre Geschichte negiert, hat sie keine Nationalhelden. In Russland werden ungezählte Ukrainer verehrt, weil sie wichtige Schriftsteller, Maler, Wissenschaftler, Politiker und so weiter waren. In der Ukraine werden diese wahren Helden der Ukraine jedoch abgelehnt, weil sie bezeugen, wie eng die Ukraine und Russland in Wahrheit zusammengehören.
Daher kann die heutige Ukraine keine Nationalhelden aus der Zeit vor 1990 haben, denn die werden entweder als Kollaborateure der angeblichen Unterdrückung der Ukraine im russischen Zarenreich oder der Sowjetunion angesehen. Die einzig möglichen „Nationalhelden“, die Kiew angesichts seiner Ideologie bleiben, sind die Nationalisten, Nazis, Massenmörder und Kriegsverbrecher, die sich im Zweiten Weltkrieg Hitler angeschlossen haben.
Esch sagt das natürlich nicht so deutlich, wie ich es tue, aber es klingt durch, denn Esch schreibt:
„In der unabhängigen Ukraine ist man auf der Suche nach militärischen Helden aus der Vergangenheit, die für den Unabhängigkeitskampf gegen Moskau und nicht in der sowjetischen Tradition stehen. Da scheinen sich als Einzige die westukrainischen Nationalisten anzubieten, auch wenn die anfangs sogar mit den Deutschen kollaboriert haben. In der Ukraine gibt es viele Denkmäler für die Truppe, ihre wenigen noch lebenden Kämpfer genießen dieselben Versorgungsansprüche wie ukrainische Veteranen der Roten Armee. In Polen erinnert man sich der UPA-Partisanen als Massenmörder.“
Was der Spiegel seinen Lesern verschweigt
Danach geht es in den Artikel von Esch um Einzelheiten des Streits zwischen Polen und der Ukraine und um die Reaktionen in Polen, wobei Esch das Kunststück fertigbringt, der polnischen Reaktion in den Augen der Spiegel-Leser einen faden Beigeschmack zu geben, wenn er beispielsweise schreibt:
„Genüsslich weidet die extreme Rechte das Thema für sich aus: Die Ukrainer zeigten nicht genug »Dankbarkeit«, behauptet etwa Sławomir Mentzen von der Partei Konfederacja. Die Truppe des noch weiter rechts stehenden Grzegorz Braun wittert bereits allüberall ukrainische Agenten, die Warschau unterwandert hätten.“
Da „Rechte“ für Spiegel-Leser die Ausgeburt des Bösen sind, klingt das für Spiegel-Leser so, als sei die polnische Reaktion übertrieben und die Ukraine tue ja eigentlich nichts Schlechtes. Die Ironie dabei ist, dass Esch den Spiegel-Lesern verschweigt, dass die wirklich „Rechten“, also echte Nazis, nicht in Polen, sondern in Kiew sitzen.
Und noch etwas verschweigt Esch seinen Lesern, nämlich das Staatsbegräbnis für den Nazi-Kriegsverbrecher, der am 25. Mai mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky in Kiew beigesetzt wurde.
Das ist ein so offensichtlicher Beweis dafür, dass in Kiew tatsächlich die ideologischen Nachfahren der deutschen Nazis regieren, dass selbst ein Herr Esch das nicht schönreden kann. Also verschweigt er es einfach.
Und wieder einmal gilt: Spiegel-Leser müssen ja nicht alles wissen.