Der Präsident wurde für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.

Die brasilianische Wahlkommission hat Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zum Sieger der Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen erklärt. Er ist der erste Politiker in der modernen Geschichte des Landes, dem es gelang, nach einem Rückstand im ersten Wahlgang noch zu gewinnen.

Die TASS hat das Wichtigsten zu den Wahlen und ihren Ergebnissen zusammengefasst.

Verlauf der Wahl

  • Anhänger von Lula da Silva schätzten seine Siegchancen für die Stichwahl als gering ein. Unter seinen Wählern herrschte Pessimismus, eine Wahl für eine vierte Amtszeit hielten viele für unwahrscheinlich.
  • Nach Schließung der Wahllokale wurde die Abstimmungszeit aufgrund logistischer Probleme um zwei Stunden verlängert. Aus dem Lager von Lula da Silva hieß es, dass Wähler in mehreren Städten die Wahllokale nicht erreichen konnten, da es an kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln mangelte.
  • Die Polizei hat wegen möglicher Gesetzesverstöße Ermittlungen eingeleitet.

Die Ergebnisse

  • Bis zum Abschluss der Stimmenauszählung war unklar, wer gewinnen würde, der amtierende Präsident oder der Kandidat der rechten Opposition, Flávio Bolsonaro.
  • Nach Auszählung von 97,69 % der Stimmen verkündete die Wahlkommission den Sieg von Lula da Silva.
  • In seiner Siegesrede erklärte er vor seinen Anhängern, Brasilien werde weiterhin eine unabhängige Außenpolitik verfolgen und mit allen Staaten auf Augenhöhe zusammenarbeiten. „Unser Land will nicht der Hinterhof von irgendjemandem sein“, betonte der brasilianische Staatschef.
  • Bolsonaro weigerte sich, das Wahlergebnis anzuerkennen, und forderte dessen Annullierung.
  • Im Vergleich zum ersten Wahlgang konnte Lula da Silva 10,3 Millionen weitere Wählerstimmen hinzugewinnen. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts fiel dieser Zuwachs fast dreimal so hoch aus wie bei seinem Kontrahenten.
  • Nach Auszählung von 100 % der Stimmzettel setzte sich Lula da Silva mit 51,79 % durch, für ihn stimmten 64.256.232 Wähler.

Internationale Reaktionen

  • Laut Reimont Otoni, einem Abgeordneten der regierenden Arbeiterpartei, wird die Wiederwahl von Lula da Silva die Beziehungen Brasiliens zu Russland und den BRICS-Staaten stärken. Zudem werde sie eine Schlüsselrolle dabei spielen, ein Gegengewicht zum Vorgehen der USA in Lateinamerika zu bilden.
  • Der paraguayische Präsident Santiago Peña war der erste Staatschef in Südamerika, der dem wiedergewählten brasilianischen Staatspräsidenten gratulierte. „Paraguay und Brasilien verfolgen eine gemeinsame Agenda der Integration und Entwicklung. Wir werden weiterhin zum Wohle unserer Völker zusammenarbeiten“, schrieb er auf X.
  • Auch die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum schloss sich auf X den Glückwünschen an: „Es lebe die Demokratie, das brasilianische Volk hat gesiegt. Herzlichen Glückwunsch an Präsident Lula!“
  • „Ich gratuliere Präsident Lula da Silva zu seinem Sieg. Bolivien und Brasilien sind benachbarte, brüderliche Nationen, die durch eine gemeinsame Geschichte und gemeinsame Herausforderungen verbunden sind. Wir werden weiterhin zusammenarbeiten, um unsere Beziehungen zu stärken und neue Chancen für unsere Länder zu schaffen“, erklärte der bolivianische Präsident Rodrigo Paz auf X.
  • Die Wiederwahl von Lula da Silva sei von großer Bedeutung für Indien und die BRICS-Staaten, heißt es in einem analytischen Kommentar hervor, der vom Fernsehsender News18 veröffentlicht wurde.
  • Der iranische Präsident Masoud Peseschkjan wünschte ihm in seinem Glückwunschschreiben Erfolg bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe sowie dem brasilianischen Volk Stolz und Wohlergehen.
  • Brasilien könne „weiterhin auf Weißrussland als zuverlässigen und verantwortungsbewussten Partner zählen, der darauf ausgerichtet ist, die soliden bilateralen Beziehungen auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und Freundschaft zum Wohle der Völker und zur Gewährleistung einer gerechten Weltordnung auszubauen“, betonte der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko in seinem Glückwunsch.
  • Die chinesische Regierung ist bereit, die Beziehungen zu Brasilien unter der Führung des wiedergewählten Präsidenten zu stärken und „Anstrengungen für die weitere Entwicklung einer chinesisch-brasilianischen Gemeinschaft mit geteilter Zukunft zu unternehmen“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Guo Jiakun.