Ungarn hat erklärt, dass es sich nicht an den Bemühungen der NATO zur Koordinierung von Waffenlieferungen an die Ukraine beteiligt

Außenminister Peter Szijjarto hält diese Entwicklung für gefährlich, weil sie das Bündnis in einen Konflikt mit Russland hineinziehen würde

Ungarn wird sich nicht an den Bemühungen der NATO beteiligen, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu koordinieren, die jetzt von den USA koordiniert werden. Das erklärte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto bei einem Treffen mit Kollegen aus der NATO in Brüssel.

„Wir haben heute deutlich gemacht, dass Ungarn sich nicht daran beteiligen will und wird. Ungarn ist nicht an der Planung dieser koordinierenden Rolle der NATO beteiligt. Wir werden uns nicht an den daraus resultierenden Aufgaben und Operationen in diesem Gebiet beteiligen. Wir werden weiterhin die Position Ungarns verteidigen, keine Waffen zu liefern und keine Soldaten zu entsenden, um an diesem Konflikt teilzunehmen“, erklärte Szijjarto ungarischen Journalisten während einer Sitzungspause in Brüssel. Das Gespräch mit ihnen wurde vom Fernsehsender M-1 übertragen.

Der Außenminister wies darauf hin, dass alle anderen NATO-Länder eine Ausweitung der koordinierenden Rolle der Allianz bei den Militärlieferungen an die Ukraine befürworten und nur Ungarn sich dagegen ausspricht. Seiner Meinung nach ist diese Entwicklung gefährlich, weil sie die NATO in den Konflikt mit Russland hineinzieht. Szijjarto ist der Ansicht, dass damit eine „rote Linie“ überschritten würde, da die NATO-Mitglieder zuvor beschlossen hatten, sich nicht als Allianz am Ukraine-Konflikt zu beteiligen und nur auf individueller Basis Waffen an Kiew zu liefern.

Nun, so der Außenminister, seien zwei neue Vorschläge auf die Tagesordnung gesetzt worden: die Stärkung der koordinierenden Rolle der NATO bei Waffenlieferungen und die Ausbildung ukrainischer Soldaten. Nach Ansicht des Außenministers wurden diese Vorschläge eingebracht, um der Ukraine eine Art Ausgleich zu geben, da sie in die NATO aufgenommen wird. „Es ist offensichtlich, dass die Ukraine auf dem Gipfel in Washington [im Juli] nicht in die NATO eingeladen wird“, erinnerte Szijjarto.

„Das ist jedoch ein sehr gefährlicher und sehr teurer Ersatz“, sagte er über die neuen Initiativen, die auf dem zweitägigen Treffen in Brüssel besprochen werden. „Wir befürchten, dass diese Vorschläge den Krieg für die NATO näher rücken lassen und dass die Kampfhandlungen stärker als je zuvor eskalieren werden. Deshalb sind wir nicht damit einverstanden, dass die koordinierende Rolle der NATO ausgeweitet wird“, betonte der Außenminister und fügte hinzu, dass „kein ungarischer Soldat in diesen Konflikt verwickelt sein wird“ und ungarische Steuergelder nicht für diesen Zweck ausgegeben werden sollten.

„Ich denke, dass die NATO, wenn sie eine aktivere Rolle in diesem Konflikt spielen will, die Umsetzung ihrer früheren Entscheidung gefährdet, dass sie keine Partei in diesem Konflikt sein kann und dass wir einen direkten Konflikt zwischen der NATO und Russland vermeiden sollten“, sagte Szijjarto. Er wies darauf hin, dass in der NATO noch keine endgültigen Entscheidungen zu diesen Fragen getroffen worden seien, die Planungen aber bereits begonnen hätten.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Antworten

  1. daher die Demos gegen Orban. Man konnte „Tausende“ mobilisieren.
    Ich dachte Ungarn ist Vollmitglied der EU und braucht keine Farbenrevolution…
    Ach ja, der Orban spurt nicht.

  2. OT: ich suche Ersatz für meinen uralten Laser-Drucker (IBM 1332), mit dem ich große Mengen FLYER ZU CORONA¹ („Der Virus stinkt vom Kopf her“…) gedruckt hatte (jetzt: „ATOMKRIEG !? Wer wird wohl im letzten Flugzeug nach Neuseeland sitzen?“…).
    Natürlich ist das hier eigentlich kein Platz für Kleinanzeigen, aber mit den Flyern erreiche ich eben gelegentlich Menschen außerhalb ‚unserer‘ Filterblase. Heute Abend hörte ich durch ein offenes Fenster, dass eine Frau meinen ‚frisch verteilten‘ Flyer vorlas, dem Tonfall nach ihrem Mann.
    Falls mir jemand in Bielefeld oder Umgebung² weiterhelfen³ kann, bitte bei [Mein Nickname] ätt mail punkt de melden (Reaktion kann 2-3 Tage dauern); Per Paketpost macht sowas meines Erachtens keinen Sinn, u.a. haben neue Drucker nicht umsonst (aufwendige) Transportsicherungen. Große Laserdrucker kann ich mir nicht unter’n Arm klemmen, bei alten Tintendruckern kommen u.U. welche in Frage, deren Patronen/Ersatztanks sich gut nachfüllen lassen oder erstaunlich billig zu haben sind, z.B. Epson XL 29 (für Epson XP-335 Serie)

    ¹Zu 99% in Briefkästen; Dieses Wochenende auch mal einem in die Hand gedrückt, der für Jehovas Zeugen oder so dicke Bücher verteilte bzw. genauer zu verteilen versuchte, als wären es verschimmelte Semmeln. Meine Flyer gehen eben (gequält) mit der Zeit und bestehen aus 5-6 Fragmenten von ungefähr SMS- oder Twitter-Länge in einem so großen Zeichensatz, dass ich selber alles ohne Lesebrille lesen kann
    ²Hängt bei mir ein bisschen am FahrWeiter-Ticket des Westfalen-Tarifs: Minden, Paderborn, Hamm, Münster und (eingeschränkt) etwas weiter (Dortmund ?)
    ³Abgesehen von Bezahlung in Naturalien, z.B. Flyern, evtl. auch maßgeschneiderte (‚Jetzt red I‘), kann ich auch ein bisschen Geld rausrücken – Dann muss ich halt die nächste Zeit von Wasser und trocken Brot leben

    1. Kaufen Sie einen alten aus den 90ern ohne Farbe.
      Ansonsten laufen sie als Dissident Gefahr über die Ausdrucke identifiziert zu werden. Oder wenn Farbe, dann kein Gelbtoner verwenden. Moderne Laserdrucker streuen ein Gelbmuster das für das Auge unsichtbar ist(ok, mit Lupe und passenden Licht kann man es schon sehen). Modell und Seriennummer werden also mitausgedruckt und damit ist es rückverfolgbar…
      Falls Sie übervorsichtig sind und glauben was illegales mit ihren Flugblättern zu veranstalten.
      So alte Laser kosten wenig und werden einem fast „nachgeworfen“.
      Direkte Kauftipps kann ich aber nicht geben. Ich will ja keinen kriminellen unterstützen😉

      1. Danke für den Tipp, aber auf den Flyern steht doch mein Name+Adresse – So wie es das NRW-Mediengesetz befahl. Mir wurde mal drohend verkündet, dass sie dem Staatsschutz vorgelegt würden, aber das hatte bisher keine Konsequenzen, ansonsten bin ich jederzeit zum Martyrium bereit.

        „alte Laser kosten wenig und werden einem fast „nachgeworfen““
        Nach bisher 3 Telefonaten nur für Selbstabholer und ich habe kein Auto. Einmal wahrscheinlich nicht mehr funktionierend, einmal nicht testbar(?), obwohl ich für ein funktionierendes Gerät etwas Geld angeboten hatte, genau wie für Transport.
        Die Atomkriegs-Flyer sind vermutlich erst strafbar, wenn sie wieder Wehrkraftzersetzung oder Defätismus einführen.

        1. Ok, dann Ebay, Ricardo etc. Lieferkosten sind dann aber 10-20 Euronen extra einzuplanen.
          Empfehlung: eine Ersatztrommel und ein paar Toner-Kartuschen extra kaufen. Wenn das Ding zu alt wird, wird Ersatz teurer.
          Als Drucker sind alte HPs, Brother und so günstig zu haben. Ehemals sehr gute Modelle, jetzt günstig zu haben wegen der Masse am damaligen Marktvolumen und von Firmen ausgemustert. Jedoch voll funktionsfähig. Ansonsten schauen bei Firmen die so abgeben(ist aber aufwändig solche zu finden)

  3. Was man nicht vergessen sollte , Ungarn übernimmt in der 2. Jahreshälfte 2024 die EU-Ratspräsidentschaft !
    Orban weiß längst wo die Reise weltweit hingehen wird , wozu sollte Er sich auf die Verliererseite des Westen stellen ?
    Aktuell dürfte klar sein das Ungarn einen Teil der Ukraine bekommen wird , Orban hat keinen Grund sich gegen Russland zu stellen .
    Wer weiß wie lange es die NATO noch geben wird , es könnte der letzte Geburtstag sein den man jetzt feiert , 75 Jahre für diese kriminelle Organisation sind mehr als genug , kann also weg !
    Warum sitzt Stoltenberg immer noch im NATOsessel ?
    Man findet keinen Nachfolger , Niemand will diesen Drecksjob derzeit übernehmen !

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