„Was ist unser Sieg?“: Die Ereignisse des 29. September
Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine des 29. September, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.
Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.
Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 29. September.
Beginn der Übersetzung:
Einreise mit abgelaufenem Pass, Kontrollen der EU und die Welt hat Selensky satt: Die Situation rund um die Ukraine
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret über das Ein- und Ausreiseverfahren ukrainischer Staatsbürger unterzeichnet, wonach diese die russische Grenze auch mit einem abgelaufenen Inlandspass ohne Visum überschreiten können.
Die neue Leiterin der EU-Delegation in der Ukraine, Katarina Maternova, sieht ihre Hauptaufgaben darin, die Verteilung der Militärhilfe der Verbündeten zu kontrollieren und Kiew bei der Durchführung von Reformen für den EU-Beitritt zu unterstützen.
Die TASS hat das wichtigste über die Ereignisse rund um die Ukraine zusammengestellt.
Verlauf der Operation
Russlands Streitkräfte haben in der vergangenen Woche mehr als 3.600 Kämpfer der ukrainischen Streitkräfte getötet, teilte das russische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Russische Soldaten wehrten ukrainische 31 Angriffe bei Donezk, 12 Angriffe bei Krasnoliman, 8 bei Saporoschje und 4 südlich von Donezk ab, so das Ministerium. Drei Sabotage- und Aufklärungsgruppen wurden bei Cherson vernichtet.
Im Laufe der Woche führten die russischen Streitkräfte neun Angriffe auf Ausbildungsstätten ukrainischer Saboteure, Militär- und Söldnerunterkünfte durch. Unter anderem wurden ein Kommandoposten einer Fremdenlegion und zwei große Waffen- und Munitionslager zerstört. Auch der Nachschub an Waffen aus ausländischer Produktion und die logistische Unterstützung für die ukrainischen Truppen, die bei Donezk und Saporoschje operieren, wurden gestört, so das russische Verteidigungsministerium weiter.
Die Ukraine zieht die 47. mechanisierte Brigade aus dem Distrikt Rabotina in der Region Saporoschje nach hinten ab, da sich die Soldaten angesichts der erlittenen Verluste weigern, Kampfeinsätze durchzuführen, so das Ministerium.
Treffen mit dem Präsidenten
Der russische Präsident Wladimir Putin teilte mit, er habe einen Bericht von Waleri Gerassimow, dem Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte, über den Mut der russischen Soldaten erhalten. Das Staatsoberhaupt traf sich mit den Soldaten, die in der Nähe von Uroschajnoje Heldentaten vollbracht hatten, dankte ihnen und bezeichnete ihr Handeln während der Schlacht als „Heldentum im wahrsten Sinne des Wortes“.
Putin sagte auch, dass er mit den Soldaten, die an der Front kämpfen, über ihre Einschätzung der Situation im Kampfgebiet, die Organisation der Kampfhandlungen sowie über die Veränderungen der letzten Zeit und über das, was noch fehlt, sprechen wolle. Der Präsident bat sie, ihm mitzuteilen, worauf man achten sollte, und zwar „sowohl die direkten Befehlshaber als auch diejenigen, die die Truppen auf höherer Ebene befehligen“.
Abgelaufene Pässe
Der russische Präsident unterzeichnete einen Erlass über das Verfahren für die Ein- und Ausreise ukrainischer Bürger. Sie können die russische Grenze mit einem Reise- oder Inlandspass (auch mit Diplomatenpässen und Dienstausweisen) überschreiten, auch wenn dieser abgelaufen ist. Kinder benötigen eine Geburtsurkunde und Dokumente eines gesetzlichen Vertreters.
Ausnahmsweise ist es möglich, ohne Dokumente durch das russische Staatsgebiet in die Nachbarländer zu reisen. Zu diesem Zweck benötigen Sie eine Kopie der Identitätsfeststellung durch die regionalen Behörde des russischen Innenministeriums.
Der Vatikan ist dagegen
Der Vatikan hält es für falsch, die kanonische ukrainisch-orthodoxe Kirche (UOC) zu zerstören, „nur weil sie angeblich eine mehr oder weniger gemeinsame Vergangenheit mit denen hatte, die jetzt als Feinde betrachtet werden“, sagte Erzbischof Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Ostkirchen, auf die Frage nach der Situation um das Kiewer Höhlenkloster. Allerdings sollten Einzelpersonen „in Übereinstimmung mit dem staatlichen Recht verurteilt werden, wenn die Kirche in politische Straftaten verwickelt ist“, fügte er hinzu.
Es fiel dem Hierarchen schwer, sich zur Situation von Metropolit Pavel, dem Vikar des Höhlenklosters, zu äußern, der beschuldigt wird, zu religiösem Hass aufgestachelt zu haben und das Vorgehen Russlands zu rechtfertigen, und der deshalb unter Hausarrest steht. Gugerotti, der apostolischer Nuntius in der Ukraine war, erwähnte seine persönliche Bekanntschaft mit Pater Pavel und stellte fest, dass dieser „hart am Wiederaufbau des Höhlenklosters gearbeitet hat“.
Produktion und Kontrolle
Sieben EU-Staaten haben den ersten gemeinsamen Auftrag für die Produktion von 155-mm-Artilleriegranaten für die Ukraine und ihren Eigenbedarf über die Europäische Verteidigungsagentur erteilt. Es gibt noch keine Informationen darüber, welche Staaten sich dieser Gruppe angeschlossen haben, nur die Teilnahme Litauens wurde bestätigt.
Die Leiterin der EU-Delegation in der Ukraine, Katarina Maternova, sagte, dass eine ihrer vorrangigen Aufgaben in dieser Position darin bestehe, die Verteilung der militärischen Hilfe der Verbündeten zu überwachen. Sie fügte hinzu, dass ein weiterer Bereich ihrer Arbeit darin bestehen wird, die Ukraine bei den Reformen zu unterstützen, die das Land durchführen muss, um sich in die EU zu integrieren.
Die Welt hat Selensky satt
Die Welt beginnt, vom ukrainischen Präsidenten Wladimir Selensky satt zu haben, sagte der ehemalige slowakische Premierminister und Favorit bei den Wahlen am Samstag, Robert Fico. Er stellte fest, dass „die größten Falken bereits erkannt haben, dass der finanziell unglaublich komplexe und langwierige Konflikt in der Ukraine auf Dauer nicht tragbar ist“ und „beginnen, eine andere Sprache mit Selensky zu sprechen“.
Fico erinnerte daran, dass Selensky der Enkel eines Rotarmisten ist, der während des Zweiten Weltkriegs gegen die Nazis gekämpft hat, aber im kanadischen Parlament habe er lauter als alle anderen für einen ehemaligen SS-Mann, einen 98-jährigen Einwanderer aus der Ukraine, „der Selenskys Großvater, wenn er ihn während des Krieges getroffen hätte, ohne den geringsten Zweifel getötet hätte“.
Was ist ein Sieg
Alexej Danilow, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, bezweifelte, dass Kiew und seine westlichen Verbündeten dieselben Vorstellungen von dem angestrebten „Sieg“ haben.
„Niemand kann uns bis jetzt eine klare Antwort auf die Frage geben, was unser Sieg ist. Sie sagen uns: Wir werden euch unterstützen, bis – dann eine Wortkombination – zum ‚Sieg'“, sagte Danilow. „Aber wir müssen klar verstehen: sind sie (die Verbündeten – Anm. TASS) bis zum Sieg bei uns, oder sind sie für eine bestimmte Zeit bei uns, und dann werden sie sehen und diese oder jene Schlussfolgerungen ziehen.“
Ende der Übersetzung